SPOHLE - Stalling ist hauptberuflich Justizvollzugsbeamter in Oldenburg. Mit einem Rauschgift-Spürhund durchsucht er dort auch Zellen.

Von Claus Stölting

SPOHLE - Was Swen Stalling auf gar keinen Fall für seine Firma will, das ist ein Schlägertrupp. Der 35-Jährige, im Hauptberuf Justizvollzugsbeamter und Rauschgift-Spürhundführer in Oldenburg, setzt bei der Arbeit seines als Nebengewerbe angemeldeten „Wach- und Sicherheitsdienstes Stalling (SDS)“ bei Einsätzen vor allem auf Prävention. Im April vergangenen Jahres hat er angefangen, zuletzt waren zwölf Leute für ihn bei der Riesen-Party anlässlich des Bürgermeisterspiels von Hit-Radio Antenne in der Fahrzeughalle der Firma Imken in Wiefelstede aktiv.

Der Spohler bietet Pförtnerdienste, Objekt- und Baustellenbewachungen, Einlasskontrollen, Ordnerdienste für Veranstaltungen aller Art sowie den Einsatz von geprüften Schutzhunden an – wobei zurzeit hauptsächlich Einsätze bei Disco-Veranstaltungen laufen, etwa beim Spohler Krug oder beim Phandorra in Bad Zwischenahn. 35 Veranstaltungen hat er bisher gehabt, „und nicht einmal mußte ein Krankenwagen wegen einer Schlägerei vorfahren“, macht Stalling deutlich, dass seine Leute ihren Job gut machen. Das tun sie auf 400-Euro-Basis für acht Euro die Stunde. „Der tarifliche Stundenlohn liegt lediglich bei 6,76 Euro. Da verdient eine Putzfrau mit 7,50 Euro mehr als die Sicherheitskräfte in unserer Branche“, verdeutlicht der Spohler, warum es entsprechend schwierig ist, gute Leute in diesem auch regional durchaus umkämpften Markt zu finden.

Für den 35-Jährigen arbeiten übrigens auch Frauen. Das ist beispielsweise extrem wichtig, wenn bei Einlasskontrollen die Besucherinnen einer Veranstaltung „gefilzt“ werden müssen, sagt der Spohler, der langfristig auch versuchen möchte, mit seiner Firma in den Personenschutz einzusteigen, der naturgemäss in der Region aber nicht so gefragt ist, wie Stalling zugeben muss. Zudem arbeitet der 35-Jährige daran, den Bereich „Kaufhausdetektiv“ mit abzudecken.

Der gelernte Werkzeugmechaniker, der seine Ausbildung vor 19 Jahren bei Airbus in Varel absolviert hat, wird tatkräftig von seinem Vater Heinrich unterstützt, der die Geschäftsführung übernommen hat.