/ dpa/afp/wi
– Der französische Luxusgüterkonzern PPR will den weltweit drittgrößten Sportartikelhersteller, die deutsche Puma AG (Herzogenaurach), komplett übernehmen. Die Franzosen erwarben von den Puma-Großaktionären, den Tchibo-Erben Günter und Daniela Herz, deren Anteil von 27,1 Prozent für 330 Euro je Aktie. Den übrigen Aktionären solle ein freiwilliges öffentliches Übernahmeangebot in gleicher Höhe gemacht werden, teilte PPR am Dienstag in Paris mit. Insgesamt will sich der Konzern, zu dessen Portfolio Luxusmarken wie Gucci und Yves Saint Laurent gehören, die Übernahme von Puma 5,3 Milliarden Euro kosten lassen.Unter dem Strich dürfte den Geschwistern Herz das Puma-Investment in nur zwei Jahren mehr als 500 Millionen Euro eingetragen haben. Der Aktienkurs ging stetig nach oben (siehe Grafik).
Der Puma-Vorstand begrüßte die geplante Übernahme und will den Aktionären voraussichtlich schon auf der Hauptversammlung am heutigen Mittwoch in Nürnberg die Annahme des Angebots empfehlen, das Vorstandschef Jochen Zeitz als fair bezeichnete. PPR sei ein „exzellenter Partner, der unsere Strategie unterstützt“, sagte Zeitz.
Damit erhalte das Herzogenauracher Unternehmen die Unterstützung eines finanzstarken Konzerns bei seinem Ziel, die begehrteste Sportlifestyle-Marke der Welt zu werden. Man profitiere von der globalen Ausrichtung, der Design- und Beschaffungskompetenz, dem starken Portfolio an Premium-Marken sowie der Erfahrung auf dem Handelssektor. PPR habe zugesichert, dass Puma seine Eigenständigkeit behalten werde. Personaleinsparungen seien nicht geplant. „Wir erwarten qualitative Synergien“, sagte Zeitz.
Das Angebot an die übrigen Puma-Aktionäre soll nach Freigabe durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) vorgelegt werden, die für Mai erwartet werde. Daraufhin könnten die Anteilseigner ihre Aktien über einen Zeitraum von fünf Wochen eintauschen. „PPR geht davon aus, dass die Angebotsphase Anfang Juli abgeschlossen sein wird“, hieß es. Puma-Aktien stiegen nach einem Kursplus von rund 15 Prozent in der vergangenen Woche am Dienstag um weitere gut neun Prozent.
Die bisherigen Puma-Hauptaktionäre Herz begründeten den Verkauf ihrer Beteiligung mit der guten Unternehmensentwicklung.
