Brake - Eine effektivere Nutzung der vorhandenen Sportstätten in der Wesermarsch sowie eine noch engere Verzahnung der Vereinsarbeit, um möglichst viele, facettenreiche Sportangebote auch künftig im Landkreis Wesermarsch anbieten zu können, ist das Ziel des flächendeckenden Sportentwicklungsplanes, der zurzeit vom Kreissportbund Wesermarsch erstellt wird. Der demografische Wandel einerseits und das Umdenken weg von großen Sporthallen hin zu kleineren Übungsräumen andererseits wird in der Ausarbeitung berücksichtigt.
Das bereits vorliegende Konzept für die nördliche Wesermarsch (Nordenham und Butjadingen) haben am Mittwochabend die KSB-Mitglieder Wilfried Fugel, Klaus Damm, Lutz Timmermann sowie Hilke Schultze an Landrat Thomas Brückmann überreicht. Der Landkreis unterstützt jedes der drei Entwicklungskonzepte mit 3500 Euro, insgesamt sind pro Erfassung der Vereinsaktivitäten und Sportstätten jeweils 10 000 Euro aufzubringen. Der Kreissportbund Wesermarsch sowie der Landessportbund bringen die jeweils 6500 Euro für die Studien auf. Nach dem „Nord-Kataster“ folgt noch das Sportentwicklungskonzept Mitte (Brake, Jade und Ovelgönne) in diesem Jahr. Das Entwicklungskonzept für die südliche Wesermarsch (Elsfleth, Berne, Lemwerder) soll im nächsten Jahr auf den Weg gebracht werden.
Dauerhafter Prozess
Ein Sportentwicklungsplan sei ein dauerhafter Prozess, merkte der KSB-Vorsitzende Wilfried Fugel an. Neben der Bestandserhebung – um zu schauen, was überhaupt möglich ist in Sachen Sport und Gesundheit –, würde auch untersucht, wie einzelne Sportstätten sinnvoll zu nutzen seien. Die Auswertung für die nördliche Wesermarsch habe beispielsweise ergeben, dass Nordenham und Butjadingen gut ausgestattet sind. Dennoch rückten andere Sporträume, beispielsweise in Einrichtungen kirchlicher Träger, in den Fokus. Es bestünde zwar kein Handlungsdruck, irgendwann müsste man aber auch über die Gemeindegrenzen hinaus denken.
Um das Sportentwicklungskonzept für den Bereich Mitte in Gang zu bringen, ist ein Eröffnungstreffen im Braker Central-Theater vorgesehen. Interessenvertreter von Vereinen und Kommunen würden eingeladen, um gemeinsam an dem Projekt zu arbeiten und eine umfassende Datenbank zu erstellen. Die Unterstützung der Vereine würde im Vordergrund stehen. Einer Steuerungsgruppe soll die Federführung obliegen. Sie besteht aus jeweils einem Ratsvertreter und einem Repräsentanten der Verwaltung sowie einem Sprecher der Vereine, der zu wählen ist. Vereinsmitglieder wünschen sich laut Sportentwicklungskonzept vor allem eine Unterstützung der Ehrenamtlichen, eine bessere Vernetzung der Vereine untereinander sowie eine bessere Abstimmung bei der Nutzung von Sporthallen. Zudem werde es zunehmend schwieriger, Vorstandsposten zu besetzen und Übungsleiter zu finden. Deshalb sei auch über Kooperationen und Fusionen von Vereinen nachzudenken.
Die Expertise zur Sportentwicklung in der nördlichen Wesermarsch wurde unter der Federführung von Dr. Arne Göring vom Institut für Sportwissenschaften der Universität Göttingen erstellt. Sie repräsentiert den Abschlussbericht zum Projekt „Beteiligungsorientierte Sportentwicklung“ der Universität in Kooperation mit dem KSB, dem Landessportbund sowie der Stadt Nordenham und der Gemeinde Butjadingen.
Künftige Planungen
Landrat Thomas Brückmann dankte den Vertretern des KSB dafür, eine solche umfassende Studie in Auftrag gegeben zu haben, um ein fundiertes Zahlen- und Datenmaterial für künftige Planungen zu erlangen. „Ich bin ein Verfechter der kontinuierlichen, multifunktionalen Nutzung von Sportstätten“, so der Landrat. Er sei gespannt auf den angeschobenen Entwicklungsprozess.
