Im Internet und über Handy-Apps kann man sich über die Spritpreise informieren. Folgende Verbraucher-Informationsdienste beziehen die Preisdaten von der Markttransparenzstelle:

www.adac.de/tanken; www.clever-tanken.de; www.mehr-tanken.de; www.spritpreismonitor.de www.spritgong.de www.tanke-guenstig.de www.sparsamtanken.dewww.benzinampel.de www.tankentanken.de.

Wildeshausen/Landkreis - Mit einem Klick im Internet oder mit einem Blick aufs Handy wissen, an welcher Tankstelle ich in der Nähe am günstigsten Diesel oder Benzin nachfüllen kann: Das ist seit dem vergangenen Wochenende offiziell für jeden Autofahrer in ganz Deutschland möglich. Die Probezeit für die Meldestelle für Benzin- und Dieselpreise hat nach drei Monaten ein Ende, mehr als 14 000 Tankstellen melden ihre Preisänderungen inzwischen.

Doch wie ist die Situation im Landkreis? Sind die Tankstellen „im Netz“? Hat sich mit den transparenten Spritpreisen etwas verändert? Die NWZ  hat festgestellt, dass der Wildeshauser Autofahrer sich schon sehr gut informieren kann. Aral und HEM (Westring), Raiffeisen (Lehmkuhlenweg) und bft (Ahlhorner Straße) sind bei den Dienstleistern im Internet zu finden. „Ich glaube aber, dass der Preismast entscheidend ist“, sagt Petra Helmers von der bft-Tankstelle. Die Neuerung habe Vorteile für die Betreiber, weil man sich einfacher vergleichen könne. Der Kunde könne einfacher entscheiden, wo er hinfährt, wenn er das System nutzt. Ihre Kollegen stimmen diesem Tenor zu.

Anders die Situation bei der Tankstelle Steenken in Neerstedt (einem Subunternehmen von Avia) an der Hauptstraße und der Tankstelle am Stedinger Weg in Brettorf: Dort sucht der Autofahrer im Internet vergeblich. „Viele Tankstellen sind technisch noch nicht ausgerüstet“, begründet Avia-Marketingleiter Josef Grünberger. Software-Updates und neue Telefonanlagen seien notwendig, man arbeite mit Hochdruck daran, schnellstmöglich auch in Fällen wie in Neerstedt die Preise im Netz melden zu können.

Einem „permanenten Zeitdruck“ sieht sich Wilfried Knipper, Geschäftsführer der Raiffeisen-Warengenossenschaft Hatten-Huntlosen, aufgrund der Meldestelle ausgesetzt. Es seien viele technische Änderungen sowie Mitarbeiter-Schulungen gefordert gewesen. So ist zum Beispiel die Raiffeisen-Tankstelle an der Delmenhorster Straße noch nicht im Meldenetz. „Die Änderungen sind mit erheblichen Kosten verbunden“, sagt Knipper. Er bezweifele zudem die „ganz großen Vorteile“.


Eine weitere Erkenntnis für den Verbraucher: Die Preise sind nicht gesunken. Doch der aus der Transparenz folgende Konkurrenzdruck wirkt sich aufs Tagesgeschehen aus. „Bis zu zehn Mal korrigieren wir am Tag die Preise nach unten“, berichtet einer der Betreiber, der namentlich nicht genannt werden möchte. Morgens seien die Preise am höchsten, dann würden sie aufgrund des Wettbewerbes sinken.

Die NWZ  hat den Test gemacht: War der Preis für einen Liter Diesel am Montag an den Wildeshauser Tankstellen gegen 10 Uhr im Schnitt bei 1,43 Euro, fiel er bis 14 Uhr auf durchschnittlich 1,41 Euro. Um 16 Uhr kostete der Liter nur noch 1,39 Euro, um 17 Uhr waren es 1,38 Euro. „Am späten Nachmittag ist der Sprit am günstigsten, man kann jedem raten, dann zu tanken“, so einer der Betreiber.

Lars Blancke
Lars Blancke Sportredaktion