Wangerooge/Norden - Mit dem Antransport von Spülrohren und der Baustelleneinrichtung auf der Insel beginnen in dieser Woche die vorbereitenden Arbeiten zur Verstärkung der Harlehörn-Düne im Westen Wangerooges. Voraussichtlich ab Ende Juni werden im Auftrag des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) rund 120 000 Kubikmeter Sand zur seeseitigen Verbreiterung der Düne und zur Erhöhung des Strandes eingespült. Umweltminister Stefan Wenzel hatte sich während eines Besuches auf Wangerooge im April von der Notwendigkeit der Maßnahme überzeugt und die erforderlichen Mittel zugesagt.

„Aus Sicht des Küstenschutzes ist das Vorhaben unabdingbar, da die derzeitige Dünenbreite und die Strandhöhe nicht mehr ausreichen, um bei Sturmfluten einen Durchbruch der Düne zu verhindern“, betonte Frank Thorenz, Leiter der zuständigen NLWKN-Betriebsstelle Norden-Norderney.

Ein Durchbruch hätte zur Folge, dass der Hafen vom Rest der Insel abgeschnitten wäre. Hauptursache der jetzigen Situation war die sehr schwere Sturmflut vom 6. Dezember 2013, die knapp drei Meter über dem Mittleren Tidehochwasser auflief und Dünenabbrüche von bis zu 13 Metern Tiefe auf einer Länge von etwa einem Kilometer hinterließ. Noch stärkere Abbrüche seien nur durch den im Sand vor der Düne verlaufenden Steindamm verhindert worden, ergänzte Thorenz.

Der Steindamm am Fuß der Schutzdüne war 2007 aufgeschüttet worden.

Der erforderliche Sand wird südwestlich der Hafenzufahrt Wangerooges mit einem Nassbagger gewonnen: „Zum Einsatz kommt der Schneidkopfsaugbagger ,Pirat VI‘ mit einer Länge von 35 Metern und einer leistungsstarken 1400 PS-Pumpe“, erläuterte NLWKN-Projektleiter Theo van Hoorn. Pro Tag erreichen so bis zu 5000 Kubikmeter Sand den Einbaubereich über eine rund einen Kilometer lange Spülleitung. Mit Hilfe von Planierraupen und Baggern wird das endgültige Dünenprofil erstellt. Bei günstiger Witterung rechnet der NLWKN mit einem Abschluss der Maßnahme im August.


An den Kosten von rund einer Million Euro beteiligt sich das Wasser- und Schifffahrtsamt Wilhelmshaven mit zehn Prozent, da der Nordteil der Harlehörn-Düne in der Verantwortung des Bundes steht.

Zuletzt hatte der NLWKN 2009 die Harlehörn-Schutzdüne aufgespült: Rund 100 000 Kubikmeter Sand waren aus dem Bereich westlich des Inselhafens gebaggert und per Spülleitung hinter die Steinschüttung am Dünenfuß eingebracht worden. Die Spülmaßnahme hatte auch dafür gesorgt, dass die Hafenzufahrt wieder problemloser möglich war (die NWZ  berichtete).