Stadland/Butjadingen/Elsfleth - Die Wesermarsch bietet ab 2019 eine neue Attraktion für Radfahrer. Genaugenommen sind es sogar drei – nämlich drei Radtourstrecken, die zu Bauernhöfen führen, die Milchwirtschaft betreiben. Eine Strecke liegt in Stadland, die beiden anderen in Butjadingen und Elsfleth.
Diese drei Kommunen beteiligen sich an dem Projekt mit dem eingängigen Namen Milch-Ku(h)ltour, das aus dem EU-Förderprogramm Leader bezuschusst wird. Jede Strecke ist 20 bis 25 Kilometer lang und bietet fünf Informationsstationen, die dem Thema entsprechend gestaltet sind: Kuh-Silhouetten aus Stahl in ebenso modischem wie pflegeleichtem Rostbraun.
Der Kreislandvolkverband hat sich bei einer Ausschreibung im vergangenen Jahr die Planung gesichert. Julia Renken, die bei dem dem Verband für Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist, legte die Ergebnisse am Montagnachmittag im Rathaus Rodenkirchen vor, weil die Gemeinde Stadland als Auftraggeber fungiert. In der Diskussion mit Teilnehmern der Aktion und Vertretern der Kommunen zeigte sich, dass noch einige kleine Nachbesserungen erforderlich sind.
Jede Strecke bietet vier Stahlkühe mit Informationstafeln und eine Stahlkuh mit einem QR-Code, über den ein Video abgerufen werden kann.
Die Stadlander Strecke beginnt an der Seefelder Mühle und führt zum Bio-Hof Butendiek, wo eine Tafel über den Weg von der Milch zur Kuh informiert, weiter zum Betrieb Damken an der Ecke Olympiastraße/Sackstraße, wo ein Video über Berufe zu sehen ist, die sich mit Milcherzeugung befassen. Der nächste Halt ist am Betrieb von Arnold Jansen kurz vor der Kreuzung der Olympiastraße mit der Bundesstraße 437; hier informiert eine Tafel darüber, wie Milchkühe heute gefüttert werden. Es folgt ein Abstecher zum Fasanenweg in Jade, wo es unter dem Motto „Nasse Füße oder gute Drainage“ um den Wasserhaushalt geht. Letzte Station ist die Milchtankstelle von Nils von Deetzen an der Bäderstraße, wo eine Tafel mit dem Titel „365 Tage im Jahr“ über die Arbeit der Milchbauern informiert.
In Butjadingen führt die Tour vom Ruhwarder Deich über die Deichschäferei Plümer zum Hof Seeverns und zu den Höfen von Jörg Kuck in Rotehenne und von Familie Cornelius in Kleintossens. Tafeln informieren über die Bedeutung der Wiederkäuer für den Klimaschutz, die Unterschiede zwischen Rohmilch, länger haltbarer Milch und H-Milch, die Bedeutung der Milchprodukte in der Ernährung und Milchviehbetriebe im Wandel der Zeit. Im Video wird der Hof von Jörg Kuck porträtiert; dazu gehört ein Interview mit dem Landwirt.
In Elsfleth führt die Tour von der Milchtankstelle Sager zu den Betrieben von Dirk Hanken in Birkenheide, Henning Harms in Moordorf und Holger Gloystein in Burwinkel sowie zum Melkhus Harms. Im Video ist Dirk Hanken zu sehen. Die Videos sollen im Frühjahr aufgenommen werden – bei gutem Wetter und wenn die Kühe draußen sind. Sie sollen maximal drei Minuten dauern. Auch die Informationen auf den Tafeln sollen knapp gehalten sein.
Bekanntgemacht werden die Touren über eine gemeinsame Homepage, einen Facebook-Auftritt, kostenpflichtige Broschüren und Fahrradkarten sowie ein kostenloses Faltblatt. Die Strecken sollen alle Altersgruppen ansprechen, vor allem aber Familien mit Kindern. Eine besondere Zielgruppe sind Schüler, für die je nach Klassenstufe unterschiedliche Arbeitsblätter erstellt werden sollen. Außerdem sollen ihnen Betriebsbesichtigungen mit eindrücklichen Erlebnissen wie Melken geboten werden. Als weitere Zielgruppe werden Tagestouristen angesprochen.
Das Projekt kostet insgesamt 77 000 Euro und wird aus den Töpfen Leader und Wesermarsch in Bewegung finanziert.
