Bürgerfelde - Nun ist das Dach von Andreas Hartmann (59) und seiner Frau wieder frei. Mehrere 20 Meter lange Pappeln, die entlang der Ofenerdieker Bäke gestanden hatten, waren am Sonnabend durch Sturm „Felix“ auf die zwei aneinandergrenzenden Wohnhäuser des 59-Jährigen an der Hugo-Eckener-Straße gekracht (die NWZ berichtete) und hatten das Dach, die Fassade, den Carport und seinen VW Passat stark beschädigt. Am Mittwochvormittag wurde nun der noch auf dem Dach des angeschlossenen Nachbarhauses aufliegende Baum von einem Baumpflegeunternehmen entfernt.
Mit einer Seilinstallation (Umlenkrolle und Seilwinde) wurde das Stammteil mitsamt der Baumkrone hochgezogen und zur Seite abgelassen. Da das Stammteil jedoch bereits am Hauptstamm geborsten war, standen die Holzfasern unter Spannung, der sie letztendlich nicht standhalten konnten. Beim Herablassen des Stammes vom Dach löste sich durch die Wucht des geborstenen Baumes die äußere Reihe der Dachpfannen.
Zimmerermeister Dieter Harms bezifferte den Schaden am Dach beider Häuser auf rund 1800 Euro. Der Schaden für den zertrümmerten Carport liege bei etwa 7000 Euro. Zuvor war bereits der Schaden am VW Passat von einem Autohaus auf vorläufig 4500 Euro geschätzt worden.
Beauftragt wurde das Baumpflegeunternehmen von der Haaren-Wasseracht, die sich mit der Stadtverwaltung über die Zuständigkeit geeinigt hat. Geschäftsführer Hartmut Lueken bestätigte, dass die umgewehten Bäume auf dem Gelände der Haaren-Wasseracht (einer Grabenparzelle an der angrenzenden Ofenerdieker Bäke) gestanden hätten, wie eine Prüfung aktueller Vermessungsunterlagen der Stadt ergeben habe.
Wer nun für die Schadenskosten aufkommt, ist noch offen. „Wir werden die Schäden unserer Versicherung melden“, so Lueken. Andreas Hartmann ist derweil nach wie vor der Meinung, die Stadt habe „grob fahrlässig“ gehandelt. Nach der Rodung eines Wäldchens für einen Fuß- und Radweg zur neuen Flüchtlingsunterkunft auf dem Fliegerhorst seien die nun umgestürzten Bäume völlig schutzlos gewesen. Laut Stadtverwaltung sei man davon ausgegangen, dass besagte Bäume standsicher waren. Andreas Hartmann wolle nun abwarten, wie seine Versicherung den Fall behandelt und behält sich weiter vor, rechtliche Schritte einzuleiten.
