„Windkraftanlage auf den Weg gebracht“ (Ð  vom 7. Oktober)

Der geplante Windpark im Nordosten der Stadt wird mit Tempo vorangetrieben. Die Stadt tut das mit besten Absichten, wird sich damit am Ende aber einen Bärendienst erweisen. Denn keine Gemeinde, kein Landkreis in Niedersachsen hat bislang für einen Windpark ein Landschaftsschutzgebiet geopfert.

Ein Oldenburger Windpark wird damit nicht zu einem guten Beispiel, sondern ist vielmehr ein Fanal für eine verfehlte Planungspolitik, die den Landschaftsschutz in den Wind schreibt. Um die in der bundesweiten Energiewende beschlossenen Ziele für den Ausbau der Erneuerbaren Energien zu erreichen, müssen nach Berechnung der Berliner „Agentur für Erneuerbare Energien“ bis zum Jahr 2020 an Land (Onshore) jährlich rund 112 Milliarden Kilowattstunden Strom aus Wind produziert werden. Die bundesweit dafür benötigte Fläche beziffert die Agentur auf 270 000 Hektar. Andere Studien erwarten einen Bedarf von sogar 350 000 Hektar, rund 1,1 Prozent der Gesamtfläche Deutschlands.

Eine kurzsichtige lokale Planung, die weder Kritik der Bewohner noch Belange von Landschafts- und Naturschutz ernst nimmt, ist kaum zu verantworten. Ein schneller und massiver Ausbau der Windenergie ist nur möglich, wenn Konfliktpotenziale von Anfang an berücksichtigt werden. Genau das geschieht hier nicht. Insofern ist der Oldenburger Windpark keineswegs ein Beispiel, das den Ruf einer Energiemetropole festigt. Mit ihrer Entscheidung für den ersten Windpark in einem niedersächsischen Landschaftsschutzgebiet dürfte die Stadt zu einem Symbol dafür werden, wie man es gerade nicht machen sollte.

Volker Bohnet, Oldenburg