Oldenburg - Die Stadt motiviert die Schulen mit ihrem Projekt „abgedreht?!“, Energie zu sparen. Ein Teil der gesparten Kosten wird an die 36 beteiligten Schulen ausgeschüttet. Das Projekt ist ein großer Erfolg. 2013 erhielten die Schulen – die Teilnahme ist freiwillig – für ihre Einsparerfolge 64 000 Euro. Eingespart hatten sie zuvor Energie im Wert von 155 000 Euro. In einem ergänzenden Aktionsprämien-Programm, das die pädagogische Vertiefung des Themas belohnt, wurden 37 000 Euro ausgeschüttet.

In den 17 Projektjahren haben die Schulen Energiekosten von knapp 2,39 Millionen Euro mit klugem Nutzungsverhalten eingespart.

Nun möchte die Verwaltung – nicht zuletzt vor dem Hintergrund steigender Energiekosten durch die Ganztagsausweitung – ein paar Änderungen vornehmen. Das Ziel: Noch mehr Schulen sollen an die maximal mögliche Einsparung von 15 Prozent Wärme, 10 Prozent Strom und bis zu 20 Prozent Wasser heranreichen.

Zunächst sollen die Bezugsgrößen für die Einsparprämie aktualisiert werden. Denn viele Schulen wurden von der Stadt inzwischen energetisch saniert. Die Einsparung, die sich durch solche Investitionen ergibt, soll aber nicht den Schulen angerechnet werden, sondern nur deren nutzungsbedingter Einsparerfolg.

Dafür solle mit einer Einsparprämie von 60 statt 40 Prozent „ein attraktiver Anreiz gegeben werden, sich ausgehend vom neuen Startwert wieder stärker einzusetzen und höhere Einsparergebnisse zu erreichen“, so die Stadt. Die bisherigen Einsparerfolge sollen zum Teil berücksichtigt werden.


Geändert werden sollen auch die Kriterien für die Ausschüttung der Aktionsprämie und die Verbindlichkeit.

Bisher reichte für die Teilnahme ein Beschluss der Gesamtkonferenz der Schule. Das hat aus Sicht der Verwaltung dazu geführt, dass oft nur ein Teil der Schule sich auch inhaltlich mit dem Thema befasst hat. Die neu gestaffelte Aktionsprämie soll künftig auf einer breiten Beteiligung der Schule an den Aktionen basieren, um auch über diesen Weg zu größeren Einsparerfolgen zu kommen. Die Stadt möchte „anspruchsvollere Voraussetzungen“ für die Aktionsprämie schaffen und sie künftig „zwingend“ mit einer „verbindlichen Projektstruktur auf Basis eines Energiesparvertrags“ koppeln. Der Vertrag soll „mit allen Teilnehmern bis zum Jahresende abgeschlossen werden“, so Stadtbaurätin Gabriele Nießen. „Wir wollen das Thema noch stärker in die Schulen tragen und dort breiter anlegen“, sagt Detlef Haarstick vom Umweltamt. „Die erfolgreichsten Schulen haben das Thema durch größere Projekte stark verankert.“ Aktionstage für möglichst viele Klassen, Fahrten zum Wasserwerk oder die Einbindung des Regionalen Umweltbildungszentrums böten sich an.

Derzeit handelt es sich um einen Entwurf, der frühestens 2016 greifen soll. „Vorher sollen die Anregungen der Schulen dazu aufgenommen werden“, kündigte Haarstick an.

Karsten Röhr
Karsten Röhr Redaktion Oldenburg