Cloppenburg - Haben Frauen in der Cloppenburger Stadtverwaltung schlechtere Karrierechancen als Männer? Dieser Vorwurf wurde jedenfalls am Dienstagabend im Ausschuss für Familie, Soziales, Jugend, Sport, Kultur und Markt gleich von verschiedener Seite geäußert. Hintergrund war ein Bericht der Gleichstellungsbeauftragten der Stadt Cloppenburg, Ursula Brokamp.
Nach ihrem Bericht gab es im vergangenen Jahr gerade in den oberen Einkommensgruppen deutlich mehr Männer als Frauen – wie bereits 2010. Bei den Führungspositionen seien Frauen deutlich unterrepräsentiert, Amtsleiter seien ausschließlich Männer. Brokamp sieht hier „Handlungsbedarf“. Ursache sei etwa, dass Familie und Beruf in Führungspositionen oftmals schwer zu vereinbaren seien.
Elternzeit würde noch zu wenig von Männern in Anspruch genommen, konstatierte Brokamp auf Nachfrage. Jutta Klaus (UWG) – „ich bin sehr unzufrieden“ – forderte einen „Kulturwandel“ beim Bürgermeister und den Führungskräften. Der Bericht der Gleichstellungsbeauftragten sei der gleiche wie drei Jahre zuvor mit leichten Änderungen.
Rolf Bornemann (SPD) brachte die Überlegung ins Spiel, die Position der Gleichstellungsbeauftragten wieder als Vollzeitstelle zu führen, um den Aufgaben auch wie gewünscht nachkommen zu können. Der Rat hatte 2005 den Wechsel zur Ehrenamtlichkeit gewollt, sagte Franz-Josef Wilken (SPD). Er forderte vorgeschriebene Zielpläne für die Gleichstellung von Frauen und Männern ein.
Es gebe Teilpläne, entgegnete Erster Stadtrat Andreas Krems. Veränderungen bräuchten aber ihre Zeit, denn Mitarbeiter blieben lange Zeit in der Verwaltung. Bei Neueinstellungen würden aber bereits heute deutlich mehr Frauen als Männer berücksichtigt.
Tanja Fischer, stellvertretende Vorsitzende des Kulturforums, informierte die Sitzungsmitglieder über die Finanzplanung für den Kulturbahnhof. Teilweise offen sei demnach derzeit nur noch die Finanzierung der Kunsthalle (rund 180 000 Euro), die im kommenden Jahr angegangen werden soll. In diesem Jahr steht der Umbau der Veranstaltungsräume im Erd- und ersten Obergeschoss an. Als große Brocken stehen die Sanierung und Renovierung des Dachs (128 800 Euro) an sowie die Sanierung der Außenwände und der Fenster (282 300 Euro). Die Installation der Heizungs- und Sanitäranlage schlägt in diesem Jahr mit fast 510 000 Euro zu Buche. 1,45 Millionen Euro werden in diesem Jahr investiert. Neben der Deutschen Bahn, die für ihren Schalter bereits Miete zahlt, besteht auch von Seiten einer Tanzschule Interesse.
Das Kulturforum rechnet mit einem realistischen Baubeginn im Mai, derzeit seien die Arbeiten ausgeschrieben. Erste Veranstaltungen konnten Anfang 2014 laufen.
