Oldenburg/Hannover/Greifswald - Wegen der Vogelgrippe besteht jetzt eine Stallpflicht für Geflügel in ganz Niedersachsen. „Zu 100 Prozent“, betont Agrarminister Christian Meyer (Grüne) beim Besuch des Landesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (Laves) in Oldenburg am Donnerstag. Auch der letzte Landkreis habe eine Aufstallung angeordnet.
Das hochgefährliche Virus H5N8 wurde bislang in sechs kommerziellen Betrieben und in einem Kleinbetrieb in Niedersachsen entdeckt – ganz aktuell in der Bauerschaft Hurrel (Landkreis Oldenburg). „Deshalb mussten schon 178 000 Tiere getötet werden“, erläutert Meyer. Putenbestände sind besonders betroffen.
Meyer appelliert an alle Geflügelhalter, Hygienemaßnahmen gegen den hochpathogenen Erreger, der für eine weltweite Epidemie unter Wildvögeln sorgt, penibel einzuhalten. Denn das Eindringen des Virus in abgesicherte Tierbestände sei „ein Rätsel“, so Meyer, „über das viel spekuliert wird“. Richtig sei: „Das Virus verrät uns nicht, wie es in den Stall kam.“ Möglich sei der Weg über Nagetiere, Futter, den Faktor Mensch oder Lastwagen. „Und durch den Wind“, ergänzt der Agrarminister mit Blick auf die letzten Sturmtage.
Unterdessen macht das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) auf der Insel Riems keine Hoffnung auf ein rasches Ende der Epidemie. „Wir sehen momentan kein deutlich verändertes Risiko“, sagt FLI-Sprecherin Elke Reinking. Die Vogelgrippe habe sich zu einer Panzootie – einer länder- und kontinentübergreifenden Seuche – unter Wildvögeln ausgeweitet.
Bundesweit wurden mindestens 25 Seuchenausbrüche in großen und kleinen Geflügelhaltungen sowie in vier Zoos registriert. „So viele Geflügelpestausbrüche in so kurzer Zeit hatten wir in Deutschland noch nicht“, sagt Reinking.
