Jever - Einen großen Besucherandrang hat erneut die Werkstatt für behinderte Menschen der Gesellschaft für Paritätische Sozialarbeit (GPS) am Hillernsen Hamm in Jever bei ihrem traditionsreichen Tag der offenen Tür erlebt: Zum Tag der Begegnungen mit Arbeitsvorführungen, Kontakten und Werkstattladenverkauf kamen laut Einrichtungsleiter Lothar Steinbach wieder mehr als 4000 Besucher aus Nah und Fern.
Vielfalt leben
Die Besucher, darunter natürlich auch viele Freunde und Angehörige der dort Beschäftigen und Bereuten, ließen sich die Arbeit der Werkstatt erklären, schauten bei der Produktion von Leitungen und Kabelbäumen zu, die in der Werkstatt unter anderem auch für einen Zuliefererbetrieb von Medizintechnik angefertigt werden, erwarben weihnachtliche Dekorationen am Stand der Grünen Gruppe aus Barkel oder erstanden Holzartikel im Werkstattladen. Auch der Grünkohl war, genauso wie das große Kuchenbüfett im Speisesaal, überaus begehrt.
Im Mittelpunkt des informativen Teils stand das noch relativ neue Projekt „Vielfalt leben“, mit dem die GPS einen weiteren Beitrag zur Inklusion leistet. Mit dem Projekt sollen unter der Leitung des Arbeitsbegleiters der Werkstatt Jever, Michael Hombach, behinderte Menschen fit gemacht werden für den ersten Arbeitsmarkt.
Es ist ein Projekt mit „doppeltem Boden“: Denn die Projektteilnehmer haben, auch wenn sie draußen am Arbeitsleben teilnehmen, weiterhin einen Fuß in der Tür der GPS. „Wenn es aus welchen Gründen nicht funktioniert zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer, haben sie immer die Sicherheit, wieder zu uns zurückkehren zu können“, sagt Steinbach.
Steinbach zufolge sind in der Werkstatt Jever 43 Menschen beschäftigt, darunter auch schwerst mehrfach behinderte Menschen der Tagesförderstätte. Auch von ihnen arbeiten einige in der Produktion mit. Hier arbeiten die Starken mit den Schwachen zusammen. „Das ist gelebte Inklusion“, so Steinbach.
Arbeitsalltag präsentiert
Besucher hatten am Sonntag zudem Gelegenheit, zum ersten Mal die neuen Räume des Berufsbildungs-Zentrums (BBZ) Nord anschauen. Seit Anfang des Jahres werden Flächen in der benachbarten Kreishandwerkerschaft vom Berufsbildungsbereich genutzt. Dort werden die Teilnehmer im Rahmen der Beruflichen Bildung gemäß ihrer Möglichkeiten gefördert.
Der Tag der offenen Tür diente den Werkstätten wie immer vorrangig dazu, sich selbst zu präsentieren: Neben Arbeiten wie etwa das Recyceln von Fensterrahmenabschnitten, Verpackungsarbeiten und Elektromontage gab es eine Menge neuer Tätigkeiten vorrangig im Bereich der Kabelkonfektionierung zu sehen. Die Besucher hatten außerdem die Gelegenheit, ein Testsystem für die Prüfung von Kabelbäumen zu sehen.
Ein weiterer Höhepunkt am Tag der offenen Tür war neben der Tombola ein vom Werkstatt-Förderverein veranstalteter Weihnachtsflohmarkt. Dafür wurde weihnachtliche Artikel zugunsten der Beschäftigten verkauft.
