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Zu- und Entwässerung Starkregen und Versalzung fordern heraus

Horst Lohe

Nordenham/Butjadingen/Seefeld - „Was wir machen, machen wir ordentlich.“ Nach dieser Richtschnur leitet Jan Dunkhase (72) aus Sillens seit zwölf Jahren die Geschicke des Entwässerungsverbandes Butjadingen und zieht mit Verbandstechniker Dirk Uffmann (51) an einem Strang. An dieser Vorgabe soll sich nach dem Wechsel an der Verbandsspitze nichts ändern. Ab 1. April ist der bisherige Stellvertreter Dieter Hülstede (49) aus Norderseefeld neuer Verbandsvorsteher und Hans-Dirk Bremermann (67) aus Tossens Stellvertreter.

Für drei Jahre gewählt

Der Verbandsausschuss hat beide einstimmig für drei Jahre gewählt. Jan Dunkhase hatte bei der regulären Wahl vor zwei Jahren erklärt, nicht die volle fünfjährige Amtszeit ausschöpfen, sondern aus Altersgründen im Frühjahr 2014 zurücktreten zu wollen.

Jan Dunkhase scheidet ganz aus dem sechsköpfigen Vorstand aus. Zum neuen Vorstandsmitglied ist Jan Leiner (49) aus Iffens gewählt worden. Alle Vorstandsmitglieder sind Landwirte.

Der Entwässerungsverband Butjadingen ist zuständig für die Zu- und Entwässerung in Nordenham, Butjadingen und Seefeld.

Das Verbandsgebiet umfasst 23 000 Hektar, davon etwa 18 000 Hektar landwirtschaftliche Flächen. Kraft Gesetzes sind alle etwa 12 500 Land- und Grundstückseigentümer Verbandsmitglieder.


Der scheidende und der neue Verbandsvorsteher sehen die größten künftigen Herausforderungen in den Folgen des Klimawandels und in der zunehmenden Versalzung des aus der Weser zugewässerten Süßwassers.

  Damit der Wasserabfluss gewährleistet bleibt, sind weitere Sicherungen der Verbandsgewässer gegen Uferabbrüche nötig. Der Verband muss Pumpanlagen, Sielbauwerke und Mündungsschöpfwerke warten und erneuern.

  Zwar hat der Verband bisher durch kontinuierliche Anstrengungen Unterhaltungs- und Investitionsstaus vermeiden können. Aber ein Großteil der Anlagen ist in den 1960er Jahren nach der schweren Sturmflut des Jahres 1962 in Norddeutschland gebaut worden. Erneuerungen sind nicht nur nötig, weil die Bauwerke in die Jahre gekommen sind, sondern auch weil infolge Klimawandels mit trockeneren Sommern und nasseren Wintern gerechnet wird.

Einen Vorgeschmack gab es im August 2011. Damals ist Nordenham aufgrund überraschenden Starkregens und fehlender Freiflut am Wasser-Notfall vorbeigeschrammt.

  Zur nachhaltigen Eindämmung der Versalzung des aus der Weser zugewässerten Süßwassers hält der Verband den von der Landesegierung angeschobenen Generalplan Wesermarsch für unverzichtbar und dringend.

Jan Dunkhase verweist aber darauf, dass die Umsetzung des angestrebten neuen Systems der Zu- und Entwässerung 15 bis 18 Jahre in Anspruch nehmen wird. Auch Nachfolger Dieter Hülstede weist zudem auf politische Unwägbarkeiten hinsichtlich der Finanzierung hin. „Zurzeit ist noch die große Frage, was aus dem Generalplan wird.“

Weservertiefungen

Klar müsse bleiben, dass die Probleme durch Weservertiefungen verursacht wurden. Daher dürften nicht der Verband und nicht Bürger vor Ort zu den Kosten herangezogen werden.

  Für Unterhaltungsarbeiten erhält der Verband keine Landeszuschüsse mehr und Kosten sind gestiegen. Daher müssen die 12 500 Mitglieder in diesem Jahr ein wenig mehr zahlen. Der Jahresbeitrag für ein durchschnittliches Hausgrundstück steigt von 23 auf 25 Euro. Ebenso steigt der Mindestbeitrag für jeden Hektar landwirtschaftliche Fläche von 23 auf 25 Euro.

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