Horumersiel - Das Wangerland wäre ohne den Tourismus nicht das, was es ist: „Viele profitieren direkt oder indirekt von den Touristen, die Erlöse sind breit gestreut“, betonte Tourismus-Experte Dr. Enno Schmoll am Donnerstagabend im Kursaal Horumersiel gleich mehrfach.
Den knapp 60 Interessierten, die gekommen waren, um am touristischen Leitbild der Wangerland Touristik (WTG) für die Gemeinde mitzuarbeiten, dürfte das indes längst klar sein. Trotzdem: „Sie sind heute Abend hier, weil sie den Wind der Veränderung spüren, Sie wollen das Wangerland touristisch weiter voranbringen“, sagte Schmoll.
Dass trotz des für das Wangerland offensichtlich wichtigen Themas etliche Plätze unbesetzt blieben, deuteten die Verantwortlichen positiv. „Entweder die Leute sind nicht gekommen, weil sie zufrieden sind, oder sie sind nicht gekommen, weil sie jenen, die heute hier sind, vertrauen“, meinte Schmoll. Bürgermeister Björn Mühlena freute sich über die Resonanz: „Ich bin froh, dass doch so viele gekommen sind.“
Basis für Entscheidungen
Im Anschluss erklärte Schmoll den touristischen Leitbildprozess und warf Schlaglichter auf die Chancen und Herausforderungen für den Tourismus in den kommenden Jahren. Dann klärte er über die Arbeitsgruppen und das weitere Vorgehen auf. „Wenn alles glatt läuft, dann könnten Sie in einem Jahr mit dem Leitbildprozess fertig sein“, sagte er.
Am Ende des Prozesses soll ein touristisches Entwicklungskonzept für die Gemeinde stehen, das Leistungsträgern, Politikern und Investoren als Orientierungshilfe und Entscheidungsgrundlage dienen soll. Zudem soll das Konzept als Außendarstellung auch für die Gäste gelten und in konkrete Projekte münden. „Die Umsetzung ist dabei enorm wichtig“, betonte Schmoll. Das Konzept soll nicht in der Schublade verschwinden. Damit das Papier aber von möglichst vielen mitgetragen werde, sei es umso wichtiger, dass sich möglichst viele am Entstehungsprozess beteiligen, betonte er. „Deswegen sprechen Sie weitere Menschen an und bewegen Sie sie zur Mitarbeit, ein Einstieg ist jederzeit möglich“, ermunterte Schmoll.
Er verteilte Karten, auf denen alle Stärken und Schwächen, Chancen und Risiken der Gemeinde in Bezug auf den Tourismus notieren sollten. „Das dient als Grundlage für die Analyse, die als nächstes folgt“, so Schmoll.
Bereits an diesem Abend konnten sich die Vertreter aus dem Hotel- und Gaststättengewerbe, aus Landwirtschaft, aus Gesundheitsbranche und Kulturbereich, Vermieter, Politiker sowie Vertreter der Bürgerinitiative „Mein Wangerland“, in die Arbeitsgruppen eintragen, die im April ihre Arbeit aufnehmen sollen.
Termin für Treffen offen
Ein genaues Datum für die Treffen muss noch abgestimmt werden, da das geplante Wochenende vom 8. bis zum 10. April für die Hotel- und Gastronomiebetreiber aufgrund der Arbeitsauslastung nicht akzeptabel ist. „Wir müssen Abende unter der Woche finden, sonst können wir nicht mitarbeiten“, betonte Bernhard Eden vom Friesland-Stern in Horum.
„Wir schwimmen im Wangerland gerade auf einer sehr hohen Welle im Tourismus, denn das Ausland ist unsicher. Aber wir müssen jetzt aufstehen und dieses Thema anfassen, damit wir auch in Zukunft wettbewerbsfähig bleiben“, betonte Mario Krar vom Hotel und Restaurant Leuchtfeuer in Horumersiel. Er forderte, dass die Projekte nach dem Leitbildprozess auch tatsächlich umgesetzt werden: „Nur dann sehen die Leute, hier passiert auch was.“
