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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft

Stationärer Handel wichtig für Region

21.03.2014

Oldenburg Der Einzelhandel ist im Umbruch – auch im Nordwesten. Insbesondere der boomende Online-Handel gefährdet die bisherige, von stationären Läden geprägte Struktur. Schon titelte die „Wirtschaftwoche“: „Die Paket-Bombe – wie Amazon, Zalando und Co. unsere Innenstädte zerstören“. Doch es geht nicht nur um das bisherige Stadtbild, aus dem – sofern nicht gegengesteuert wird – Mittelständler von übermächtiger Online-Konkurrenz verdrängt werden könnten.

Es geht beim Abfluss von Umsätzen – sofern sie an ferne Internetadressen fließen – auch um den Wohlstand: um Arbeitsplätze und Steuern.

Dazu gibt es einige eindrucksvolle Zahlen: Im Oldenburger Land sind rund 31 500 Frauen und Männer im Einzelhandel beschäftigt, wie die Statistik der Oldenburgischen Industrie- und Handelskammer (IHK) zeigt. Das bedeutet bei insgesamt gut 357 000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Zuständigkeitsbereich der Kammer einen Anteil von rund neun Prozent.

Bezieht man die nicht in der IHK-Statistik enthaltenen Beschäftigten bei ganz kleinen Betrieben sowie die vielen Aushilfsjobs mit ein, ergibt sich ein Block von über zehn Prozent der Beschäftigten.

Und auf einen weiteren Punkt macht IHK-Geschäftsführerin Carola Havekost aufmerksam: 15 Prozent aller bei der IHK gemeldeten Auszubildenden lernen den Beruf Kaufmann/Kauffrau im Einzelhandel und Verkäufer/in.

Die Bedeutung des bisher stationär dominierten, aber aus dem Internet „angenagten“ Einzelhandels wird auch von der Umsatzstatistik untermauert: Der Einzelhandel von hier beheimateten Unternehmen steht laut IHK-Statistik für 4,5 Milliarden Umsatz pro Jahr. Damit spült er auch erhebliche Steuern in die Kassen der Kommunen.

Mehr Online-Einkäufe bei auswärtigen Adressen könnte weniger Umsatz, Beschäftigung und Steuereinnahmen bedeuten. IHK-Expertin Havekost wies auf Anfrage auch auf die Bedeutung des Einzelhandels vor Ort für attraktive Geschäftsbereiche insgesamt hin, wie Ortskerne oder Stadtteilzentren.

Übrigens hat die Statistik einen Makel: Umsätze von Filialketten werden jeweils am Hauptsitz erfasst. Mancher Umsatz im Oldenburger Land geht also gar nicht in die hiesige Statistik ein, sondern in die am Sitz einer auswärtigen Gruppe, erläuterte IHK-Statistikexperte Jürgen Thomas. Zugleich hat aber auch diese Region große überregional tätige Handelsketten, wie etwa Ulla Popken oder Nanu-Nana. Deren gesamte Umsätze werden hier, am Sitz, erfasst.

Rüdiger zu Klampen
Redaktionsleitung
Wirtschaftsredaktion
Tel:
0441 9988 2040

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