Berlin - Von den bunten Abbildungen frischer, reifer Früchte auf dem Etikett sollten Verbraucher sich nicht blenden lassen: In aromatisierten Wassersorten finden sich keine echten Fruchtnoten, sondern oft nur Kunstaromen. Zu diesem Ergebnis kommt die Zeitschrift „test“ (Ausgabe 5/2013) nach einer Untersuchung von 25 Wassersorten in acht Geschmacksrichtungen.
Die Verpackung suggeriere Verbrauchern, dass das Aroma tatsächlich von Äpfeln, Zitronen und Beeren stamme, sagte „test“-Chefredakteurin Anita Stocker am Donnerstag in Berlin bei der Vorstellung der Analyse. „Das ist irreführend: Volle Frucht, nennenswerten Fruchtsaft oder Fruchtmark enthält keines der Getränke.“
Verbraucher müssten beim Kleingedruckten schon sehr genau hinsehen, um das zu durchschauen. „Meist ist nicht drin, was draufsteht. Dafür ist aber drin, was nicht draufsteht“, kritisierte Stocker. Überwiegend sei bei den Inhaltsstoffen nur „natürliches Aroma“ angegeben, ergänzte Birgit Rehlender, Projektleiterin für Lebensmitteluntersuchungen bei der Stiftung Warentest. In diesem Fall müsse der Geschmack aber gar nicht aus dem Apfel stammen, sondern könne aus anderen pflanzlichen oder tierischen Rohstoffen hergestellt sein. Anders sieht es aus, wenn als Zutat „Apfelaroma“ vermerkt ist: In diesem Fall müsse das Aroma zu 100 Prozent aus der Frucht stammen, bei „natürlichem Apfelaroma“ zu mindestens 95 Prozent aus dem Apfel.
Die Note „sehr gut“ oder „gut“ erhielt kein Produkt, nur sechs waren „befriedigend“, fünf bekamen ein „mangelhaft“. Fast allen war Zucker zugesetzt, am meisten den Getränken mit Erdbeeraroma.
