Schönemoor - Das eine will man, das andere kann man: Eigentlich hatte Ute Mahlstedt vor, im hinteren Bereich ihres 10,5 Hektar großen Geländes an der Straße Zur Ollen zusammen mit Investoren einen Solarpark zu errichten. Weil aber die Gemeinde nicht mitspiele, hat sich die Betreiberin der Tierpension und Hundeschule für eine andere Option entschieden: Sie bietet die etwa 4,5 bis 5 Hektar große Teilfläche zum Verkauf an. Ihr Unternehmen werde dadurch nicht beeinträchtigt, sondern mit gleichem Service weiter betrieben.
Bei Ute Mahlstedts Grundstück handelt es sich um eine frühere militärische Liegenschaft. Die Tierfreundin hatte das 17 Hektar große Grundstück 1996 erworben. Einen 6,5 Hektar großen Teil veräußerte sie 2007 an Arthur Baumfalk, der dort seither den Reit- und Fahrverein Schönemoor beherbergt.
Wenn sie sich jetzt von einem weiteren Teilbereich trennen wolle, hänge dies mit ihrer großen Arbeitsbelastung zusammen. Auch aus gesundheitlichen Gründen wolle sie kürzer treten. Die Fläche umfasse den brach liegender Bereich hinter dem Betriebsgelände, ferner einen Teil des eingezäunten Grundstücks (für den sie auf dem verbleibenden Areal Ersatz schaffe).
See inklusive
Auf der zum Verkauf stehenden Fläche befänden sich ein See, auch eine Halle und andere Gebäude. Ute Mahlstedt hat einen Makler eingeschaltet. Der Preis sei mit 699 000 Euro angesetzt. Denkbar sei eine Nutzung zum Beispiel für den Garten- und Landschaftsbau.
Allerdings macht die Unternehmerin keinen Hehl daraus, dass ihr statt eines Verkaufs die Schaffung eines Solarparks lieber gewesen wäre. „Dafür gibt es optimale Voraussetzungen.“ In dem dünn besiedelten Landstrich werde niemand gestört. Von der früheren militärischen Nutzung seien bereits Kabel im Boden verlegt.
Zu dem Wunsch von Ute Mahlstedt sagte Bürgermeisterin Alice Gerken-Klaas, dass es schon vor mehreren Monaten eine entsprechende Anfrage gegeben habe. Die Idee sei in der Runde der Fraktionsvorsitzenden angesprochen, aber angesichts der Diskussion um Flächenversiegelungen und auch der Windparkpläne an der Sannauer Helmer nicht weiter verfolgt worden. Sicher sei, dass für einen Solarpark die Aufstellung eines Bebauungsplans erforderlich wäre, so Fachdienstleiter Bruno Müller.
Weg würde verbreitert
Egal, ob Solarnutzung oder Verkauf – einen Nebeneffekt hätte beides: Die Zuwegung zum hinteren Bereich würde sie dann verbreitern, sagte Ute Mahlstedt. Wie berichtet, schwelt seit Jahren wegen der Wegesbreite ein Streit zwischen Baumfalk und Reitern auf der einen und Mahlstedt auf der anderen Seite.
