Wildeshausen - Mit Feuereifer werden derzeit in der Berufsfachschule Metallbau, Versorgungs- und Feinwerktechnik Stäbe geschmiedet, Figuren aus Ton modelliert und Metalldrähte gewunden. „Wir erstellen gerade Windspiele, die wir beim ,Spaziergang durch den Kunst- und Kulturgarten’ am Sonntag in Großenkneten anbieten“, erläutert Teamleiterin Paula Berendt.
Die 16-jährige Huderin, die später einmal in die Flugzeugbaufertigungstechnik möchte, ist eine von 24 Schülern, die seit Anfang August unter der Leitung von Berufsschullehrer Holger Adomat ihrer Kreativität freien Lauf lassen.
„Die Zeiten, in denen in den ersten Wochen nur gefeilt wurde, sind lange vorbei“, konstatiert Thorsten Lange, Leiter der Abteilung Technik, und lobt Adomats Kreativität in Bezug auf die als „Schülerfirma“ geführte Berufsfachschule. „Die Schüler haben viel Spaß daran, eigene Ideen zu entwickeln, direkten Kontakt zum Kunden zu haben und ihre Produkte zu vermarkten“, ergänzt Adomat.
In der Berufsfachschule gehe es darum, die Richtung festzustellen, in die man möchte, und ein entsprechendes Praktikum zu machen. Ideal sei es, wenn sich dort auch die Ausbildung anschließe. „Wir sind die Türöffner, die entscheidende Leistung muss dann von den Schülern kommen“, so Adomat.
„Wir haben aktuell eine tolle Truppe, merken aber schon, dass die Schülerzahlen runter gehen“, führt der Berufsschullehrer weiter aus. Azubis würden händeringend gesucht, und im vergangenen Jahr habe man sogar zwei Schüler aus dem Praktikum heraus direkt in eine Ausbildung ziehen lassen.
Für Paula Berendt möchte Adomat gerne einen Kontakt zu Airbus in Lemwerder herstellen. Bis dahin ist die 16-Jährige jedoch als Teamleiterin voll gefordert. „Für uns ist es eine tolle Gelegenheit, unsere Windspiele den Ausstellungsbesuchern in Großenkneten zu präsentierten“, freut sie sich. Von 14 bis 18 Uhr sind die Schüler am Sonntag, 18. August, mit einem eigenen Stand im Garten von Erika Koronowski am Lehms 5 vertreten. „Wenn Kinder Lust haben, können sie auch ihre eigenen Figuren modellieren, die wir dann später brennen und in die Windspiele einbauen“, so Berendt weiter.
Der Erlös der Schülerfirma kommt übrigens in die Klassenkasse. Daraus wird dann zum Beispiel das gemütliche Grillen finanziert, das die Restwärme der Schmiede nutzt und die Schulstunde am Mittwoch angenehm ausklingen lässt.
