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Vogelschutz Der Kauz geht gern in die Röhre

STEDINGEN - „Der Eingang darf nur einen Durchmesser von sechs Zentimetern haben. Dann kommt der Steinkauz in die Niströhre rein, aber die Dohle nicht“, sagt Karl Heinz Ralle. In seiner Hand hält er ein großes, röhrenförmiges Vogelhaus. Er hat es selbst gebaut, wie knapp einhundert andere Niströhren für den Steinkauz. 80 davon hängen bereits, und zwar in einem großen Gebiet in der Wesermarsch und im Landkreis Oldenburg. Seit etwa 30 Jahren kümmert sich der 80-Jährige beim Nabu in Ganderkesee um Eulenvögel.

Neue Nabu-Gruppe

Im Januar hat sich eine neue Nabu-Ortsgruppe gebildet – in Stedingen. Die Gruppe sucht jetzt nach Vogelfreunden, die Lust haben, die Nistkästen im Gebiet Berne und Lemwerder zu betreuen. Dabei geht es unter anderem darum, geeignete Plätze für Niströhren für den Steinkauz und Nistkästen für Schleiereulen zu finden und die Montage zu organisieren. „Das sind nur zwei Schrauben“, sagt Karl Heinz Ralle und zeigt den Befestigungsmechanismus. Auf das Dach seines Autos hat er eine Leiter geschnallt – denn für ihn geht es in luftige Höhen, wenn er die Nistkästen und -röhren montiert. „Das ist manchmal schon halsbrecherisch“, sagt er und lacht.

Unter anderem werden die Nistgelegenheiten in Bäumen und in Scheunen angebracht. Weil den Tieren immer mehr natürliche Brutplätze verloren gehen, seien die Nistkästen eine Möglichkeit, die Population der Vögel zu erhöhen, beziehungsweise dafür zu sorgen, dass sie nicht weiter sinkt, erklärt Karl Heinz Ralle.

Sein Herz schlage schon seit seiner Kindheit für Vögel. Die Eulen liegen ihm seit einigen Jahren besonders am Herzen. „Eulen bauen niemals ein Nest. Sie brüten in Höhlen“, weiß Ralle. Diese Höhlen fand der Steinkauz früher zuhauf in alten Bäumen. Die Schleiereule nistete vor allem in alten Scheunen. Doch alte, teilweise hohle Bäume, wie auch die Kopfweiden sind seltener geworden, ebenso wie Scheunendächer mit Löchern zum Hineinschlüpfen.

Dass es noch mehr verantwortungsbewusste Vogelfreunde wie Karl-Heinz Ralle gibt, hofft Hartmut Drebing von den Stedinger Naturschützern. Zurzeit hat die noch junge Ortsgruppe des Nabu nur vier Mitglieder: Hartmut Drebing, Erika und Hans-Joachim Schmidt und Ronald Bosma. „Wir können noch Unterstützung gebrauchen“, macht Hartmut Drebing deutlich. Nicht nur aktive, sondern auch passive Mitglieder seien herzlich willkommen. Es gebe bereits Interessierte, die Lust hätten, sich um die Nistkästen zu kümmern, so Drebing. Allerdings sei es schön, wenn sich mehrere Personen für diese Aufgabe fänden.


Fledermaus-Fan gesucht

Doch nicht nur die Eulenvögel brauchen jemanden, der sich für sie verantwortlich fühlt und sich um die Nistgelegenheiten kümmert. „Es gilt noch, einen Beauftragten für die Fledermäuse zu finden“, sagt Drebing. Außerdem müsse noch ein Freiwilliger gefunden werden, der die Vogelzählung auf dem Bardenflether Sand übernimmt. Interessierte können sich unter Telefon 0421/51703150 bei Hartmut Drebing melden.

Sandra Binkenstein
Sandra Binkenstein Thementeam Soziales
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