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Fernverkehr der Bahn Steht die IC-Verbindung nach Ostfriesland vor dem Aus?

Ein IC hält am Bahnhof Norddeich Mole. Einem Bericht zufolge könnte eine Fernverkehrsverbindung nach Ostfriesland gestrichen werden.

Ein IC hält am Bahnhof Norddeich Mole. Einem Bericht zufolge könnte eine Fernverkehrsverbindung nach Ostfriesland gestrichen werden.

Tack/Imago

Emden/Norden/Berlin - Plant die Deutsche Bahn die Streichung einer IC-Verbindung nach Ostfriesland? Ein Artikel des „Spiegel“ hat am Mittwoch für viel Wirbel gesorgt. Demnach habe die Bahn aufgrund stark gestiegener Trassenpreise eine Liste von Fernverkehrsverbindungen aufgestellt, die im kommenden Jahr ausgedünnt oder komplett gestrichen werden sollen, darunter auch die Intercity-Verbindung 34 (Norddeich Mole – Emden – Leer – Münster – Frankfurt).

Die Deutsche Bahn bestätigte auf Anfrage unserer Redaktion zwar die enormen Belastungen durch die deutliche Erhöhung der Trassenpreise, wies die in dem Artikel genannten Angebotsreduzierungen aber zurück. „Es gibt aktuell keine konkreten Pläne zur Streichung der genannten Fernverkehrsverbindungen“, sagte Fernverkehrsvorstand Michael Peterson. Die Bahn habe im April die Planungen für den Fahrplan 2025 abgeschlossen. „Dieser Fahrplan sieht derzeit keine der genannten Angebotskürzungen vor“, so Peterson.

Züge angeblich schlecht ausgelastet

Aktuell besteht die IC-Linie 34 aus einem täglichen Zugpaar. Um 9.51 Uhr startet der Fernzug in Norddeich Mole und kommt um 16.35 Uhr am Frankfurter Hauptbahnhof an. In die Gegenrichtung startet ein Zug um 9.26 Uhr und kommt um 16.16 Uhr in Norddeich Mole an. Es ist zurzeit die einzige umstiegsfreie Direktverbindung zwischen Ostfriesland und der Mainmetropole. Laut „Spiegel“ sollen zudem die Intercity-Linien 51 (Gera – Weimar – Erfurt – Kassel – Dortmund – Köln) sowie 61 (Karlsruhe – Stuttgart – Nürnberg – Leipzig) komplett gestrichen werden. Die betroffenen Intercitys gehören dem Bericht zufolge zu dem am schlechtesten ausgelasteten Zügen der Deutschen Bahn. Das Magazin bezieht sich auf ein Schreiben der Deutschen Bahn an die Bundesnetzagentur von Anfang Februar.

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Bei den Trassenpreisen handelt es sich um Gebühren, die von der DB-Infrastrukturgesellschaft InfraGo erhoben werden. Alle Unternehmen, die die Infrastruktur der Bahn nutzen, müssen sie zahlen, auch die Verkehrsunternehmen der Bahn selbst. Die Bundesnetzagentur genehmigte kürzlich eine deutliche Erhöhung der Trassenpreise für 2025 – im Durchschnitt um 6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Grund für die hohe Steigerung sind laut der InfraGO höhere Personal- und Materialkosten der vergangenen Jahre. Aufgrund einer gesetzlichen Regelung darf der Regionalverkehr nicht so stark belastet werden – daher werden die Erhöhungen vor allem auf den Fern- und den Güterverkehr umgelegt. Für 2025 erhöhen sich die Trassenpreise für den Fernverkehr nach aktuellem Stand um 17,7 Prozent. Es gibt aber Klagen dagegen.

„Die derzeit im Raum stehende drastische Erhöhung der Trassenentgelte stellt die DB Fernverkehr AG wie viele andere eigenwirtschaftlich ausgerichtete Verkehrsunternehmen im Fern- und Güterverkehr vor erhebliche Herausforderungen“, sagte Bahn-Vorstand Peterson. „Je nach Höhe der zusätzlichen Belastungen sind wir gezwungen, den Umfang unseres Fahrplanangebotes bundesweit zu überprüfen.“

Hoffnung bei Pro Bahn

Beim Fahrgastverband Pro Bahn zeigte man sich überrascht über die im Raum stehenden Streichungen. „Wir haben die Hoffnung, dass sich das nicht als stichhaltig erweist und es nicht zu Kürzungen kommt“, sagte Malte Diehl (Oldenburg), Vorsitzender des Landesverbands Niedersachsen-Bremen, unserer Redaktion. „Sollte es doch zu den genannten Einschnitten kommen, wäre das hochgradig bedauerlich und nicht akzeptabel, da die ganze Region eh nicht gut im Fernverkehr erschlossen ist.“

Auch Diehl sieht die stark steigenden Trassenpreise als großes Problem an. „Die Bundesregierung muss die Trassenpreise dringend reformieren“, mahnte der Pro-Bahn-Landesvorsitzende. „Wenn man die Verkehrswende will, muss man auch die Rahmenbedingungen entsprechend gestalten. Und das geht nur, wenn die Trassenpreise nicht völlig aus dem Ruder laufen, was sie gerade tun.“

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