Bornhorst - Erfreuliche Synergieeffekte in den Bornhorster Huntewiesen: Die flach überfluteten Senken und hohen Wasserstände im Grünland sind nicht nur unabdingbar für die Wiesenvögel, die hier nach Nahrung stochern, sondern wirken sich auch positiv auf die Bestände gefährdeter Fischarten aus. „In dem im Rahmen des LIFE+-Projektes „Wiesenvögel“ geförderten Projektgebiet konnte 2016 erneut die Echte Karausche nachgewiesen werden, während der Schlammpeitzger und der Steinbeißer gute bis sehr gute Bestände aufweisen“, erklärte Projektbetreuer Bernhard Bruns während eines Ortstermins. Das teilt der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz mit.
Steinbeißer und Schlammpeitzger gehören zu den bedrohten Fischarten, die gemäß der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie der Europäischen Union die höchste Schutz-Priorität genießen. Dieselbe Priorität gilt nach den niedersächsischen Vollzugshinweisen für die Karausche. „Grund für die Entwicklung sind die Veränderungen der Lebensräume, die wir im Zuge der ,Life-Projektförderung’ durchführen konnten“, ergänzte Ralf Becker von der Stadt Oldenburg, der eng mit Projektleiter Bruns und dem Fischereiverein Bornhorst zusammenarbeitet. „So fallen kleinere Gewässer dank des veränderten Wasserstandsmanagements seltener trocken, zudem wurden Gräben aufgeweitet und vertieft sowie bestimmte Abschnitte komplett neu angelegt, um weitere Laichmöglichkeiten für Amphibien und Fischarten zu schaffen“. Die Erkenntnisse gewannen die Beteiligten durch die Kontrolle des Graben- und Räumgutes und durch Elektrokontrollbefischung. Andreas Kauß, Erster Vorsitzender des Fischereivereins Bornhorst, sicherte Bruns und Becker die weitere Unterstützung zu: „Wir werden weiterhin nur Teile des Naturschutzgebietes ausschließlich zwischen August und Oktober befischen und dabei auch nur wenige Angler zulassen.“
