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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft

Vorreiter bei der Globalisierung in Region

24.01.2019

Steinfeld Heute ist es scheinbar gang und gäbe, dass Mittelständler aus dem Oldenburger Land auch selbst im boomenden China und in anderen Übersee-Märkten tätig sind. Doch Mitte der 90er Jahre war das noch ganz anders. Wer aus der Region produzierte damals schon in China? Ein Pionier bei der Globalisierung der regionalen Wirtschaft ist Peter Mager. Der Gründer und langjährige Vorstandsvorsitzende des Folien- und Verpackungsspezialisten Nordenia aus Steinfeld (Kreis Vechta) wird an diesem Freitag 80 Jahre alt.

Die Firma Nordenia, die er 1966 gründete, führte Mager in den Jahrzehnten bis zur Jahrtausendwende zu einem Milliarden-Umsatz (in D-Mark). Ab 2006 stieg der Finanzinvestor Oaktree in das stark wachsende Unternehmen ein. Damals hatte der Umsatz etwa 800 Millionen Euro erreicht – womit Nor–denia in der Gruppe der umsatzstärksten Unternehmen im Nordwesten war. Mager zog sich nun nach und nach zurück. 2012 wurde die Nor–denia International AG dann an die Mondi-Gruppe (London/Johannesburg) verkauft.

Peter Mager steht aber weiterhin für eine der spektakulären Unternehmer-Storys der Region. Seine Karriere begann er als Großhandelskaufmann. Dann, 1967, startete er eine kleine Produktion für Folienverpackungen. Hauptkunde war die Torfbranche, das Lager war in einer Bauerndiele, und ausgeliefert wurde mit einem geliehenen Fahrzeug. Dass es steil aufwärts ging, habe am wachstumsgeprägten „Umfeld“, auch am Nährboden des Oldenburger Münsterlandes gelegen, meint Mager. Und er habe einen wohl entscheidenden Brief an potenzielle Kunden geschrieben: „Wir beliefern Sie Tag und Nacht.“ Diese Flexibilität sei honoriert worden.

Magers Kunststoffunternehmen, Spezialist für Indus­trie- und Konsumverpackungen, belieferte immer mehr Kunden und neue Branchen, und er integrierte weitere Werke. Jeder Standort bekam ein Spezialgebiet innerhalb der boomenden Kunststoffverpackungs-Branche. „Man muss eine Sache sehr gut machen“, sagt Mager. Dies ist sein Leitfaden – und es wurde zum roten Faden der Standort-Geschichte.

In den 80er Jahren begann die beeindruckende Internationalisierung des Geschäftes: Nordenia baute im Gefolge bekannter Markenartikler wie Procter & Gamble oder Riesen wie Mars und Nestlé Werke in europäischen Staaten sowie USA, China, Russland, Marokko und Malaysia. „Wenn man multinationale Unternehmen beliefert, dann muss man mitgehen, rund um den Globus“, erläutert Mager die Entwicklung. Dafür nahm er großen Aufwand in Kauf, baute sogar an Standorten wie Dalian (früher: Port Arthur) in China eine eigene Produktion auf (schon 1996).

Diese eigene Fertigung auch in fernen Ländern mit nicht ganz einfachen Rahmenbedingungen – statt nur Export aus Deutschland und Vertrieb vor Ort – das macht die Nordenia-Story von Peter Mager recht einzigartig.

Das Unternehmen baute Werke quasi vor der Tür der Kunden. In einigen Bereichen – Komponenten für Hygiene-Artikel wie Windeln – wurden die Steinfelder Weltmarktführer. Sie wurden mehrmals für Innovationen (auch im Umweltschutz) ausgezeichnet.

Ein Vorteil des Pakts mit den „Multis“ war die gesicherte Auslastung der neuen Werke. Doch eine Konsequenz der beeindruckenden Expansion war auch: Der Kapitalbedarf für die gewaltigen Investitionen wurden für den Mittelständler zur großen Herausforderung. Dies führte letztlich dazu, dass Peter Mager Oaktree an Bord holte und seine Anteile abgab – kein ganz einfacher Schritt, aber auch im Rückblick angemessen, wie er selbst einmal sagte. Und für die mehr als 3000 Mitarbeiter (davon mehr als 1000 im Nordwesten), das war ihm wichtig, und für das Management gab es Kontinuität.

Beim „Unternehmerpreis Oldenburger Münsterland“ wurde er für sein Lebenswerk ausgezeichnet. Und heute? Peter Mager lebt weiter in seiner Heimatstadt Steinfeld im florierenden Kreis Vechta – verfolgt mit großem Interesse die Wirtschaft, auch in der Region. So sah man ihn kürzlich denn auch beim Neujahrsempfang der Oldenburgischen IHK.

Mager ist ständig in Bewegung, nicht nur in Gedanken, die er sich beim vielen Lesen macht. „Ich treibe jeden Tag zwei Stunden Sport“, erläuterte der bald 80-Jährige im Gespräch mit dieser Zeitung. Dazu zählten Schwimmen und „Radfahren in den Dammer Bergen“, aber auch Skilaufen und Wandern in der Schweiz, wo die Familie ebenfalls ein Domizil hat. Auch die Alpen hat Peter Mager mit Freunden mit dem Rad schon überquert. Außerdem halten den agilen Senior und seine Frau Liesel auch die sechs Enkel seiner drei Kinder auf Trab.

Rüdiger zu Klampen Redaktionsleitung / Wirtschaftsredaktion
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