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Vortrag „Gesunde Ernährung ist kein Hexenwerk“

Kai Hippen

STEINHAUSEN - Das Interesse war groß, fast 100 Zuhörende sind Donnerstagabend in die „Altdeutsche Diele“ nach Steinhausen gekommen, um sich über gesunde Ernährung zu informieren – wobei den meisten die Grundaussage vertraut gewesen sein dürfte: Vitalstoffreiche Vollwertkost ist das Maß aller Dinge. Die Referentin, Gisela Kremers aus Grabstede, freute sich selbst über den großen Zuspruch: „Toll, dass sich so viele dafür interessieren.“ Gastgeber war der Gesprächskreis für gesunde Ernährung und Lebensführung in Bockhorn (GELB), für den Sprecher Dr. Joachim Hensel das Leitmotiv vorgab: „Unsere Nahrung ist unser Schicksal.“

Zu wenig Verantwortung

Und das wird fremdbestimmt, jedenfalls nach Ansicht von Gisela Kremers, an Dr. Max-Otto Bruker geschulte Gesundheitsberaterin. Sie wollte Informationen weitergeben, „die nicht von der Nahrungsmittelindustrie gesteuert werden.“ Den Verbrauchern werde die Verantwortung fürs eigene Essen und Trinken „durch die Werbung entzogen.“ Auch die vermeintlichen Fachleute, die Ärzte, jedenfalls die meisten, würden ihre Patienten bei der Behandlung der ernährungsbedingten Zivilisationskrankheiten nicht richtig informieren, da sie doch selbst in ihren Studien dafür keine Zeit hatten: „Tierärzte lernen heute mehr über gesunde Ernährung als Humanärzte, denn Pferde sollen doch ein schönes Fell bekommen.“

Zunehmende Allergien

Karies schon bei Kindern, kaputte Bewegungsapparate, gestörter Stoffwechsel, Gefäßerkrankungen wie sehr frühe Herzinfarkte (Sportler mitten im Spiel), ganzjährige Infektionsanfälligkeit, stark zunehmende Allergien, versagendes Nervensystem: Die Liste der Fehlfunktionen, die sich auf falsche Ernährung zurückführen lassen würden, ist Gisela Kremers zufolge lang.

Anhand der bekannten Kollath-Tabellen zeigte sie auf, was auf den Tisch des Hauses kommen dürfe und was nicht. Vier Nahrungsmittel müssten unbedingt gemieden werden. Fabrikzucker in allen Formen, ob weiß oder braun oder als Traubenzucker, ob als Frucht-, Milch- oder Malzzucker, als Ahorn- oder Rübensirup. Auszugsmehl in weißen Nudeln, Weißbrot, Graubrot, Brötchen, Kuchen oder Pudding. Raffinierte Fette, vor allem in Margarine. Säfte aus Obst und Gemüse. Dagegen gelte: „Lasst die Nahrung so natürlich wie möglich sein.“ In Rohkost sei alles Notwendige in der besten Form enthalten, betonte Gisela Kremers. Täglich sollten Vollkornbrote in möglichst vielen Sorten, drei Esslöffel Getreide (Frischkornmüsli), frisches Obst und Gemüse verzehrt werden.

„Das ist alles kein Hexenwerk“, unterstrich die Referentin. Die Zubereitung sei auch nicht besonders teuer und nicht sehr zeitaufwendig, für Tipps und Rezepte gebe es Bücher zuhauf. „Nicht täglich vor den Kochshows der Mälzer, Lichter oder vor den Promidinners sitzen; in der Zeit kann man auch selbst etwas kochen.“


Wie gut gesunde Ernährung schmecken kann, davon konnten sich die Gäste von GELB an diesem Abend selbst überzeugen. Die Gesundheitsberaterinnen Susanne Balduff, Heidrun Piszczan und Annegret Rosenkranz servierten feines Vollkornbrot aus Dinkel und Roggen mit Paprika-, Walnuss- und Kräuterbutter. Sofort bildeten sich lange Schlangen vor den Probiertischen. Gesunde Ernährung scheint im Trend der Zeit zu liegen.

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