STEINHAUSEN - Das Thema waren Lebensräume aus Pflanze und Stein. Wolfgang Graf machte Vorschläge für eine harmonischere Umwelt.

Von Kai Hippen

STEINHAUSEN - Den Blick öffnen für unsere Umwelt, neue Sichtweisen entwickeln, Harmonien nachspüren, damit „das Bild vom Leben auf dieser Erde verständlicher und reicher wird“ – das war das Anliegen von Wolfgang Graf, Architekt aus Adelshofen, zu Gast beim Gesprächskreis für gesunde Ernährung und Lebensführung in Bockhorn (GELB). In der „Altdeutschen Diele“ in Steinhausen zeigte er „Lebensräume aus Pflanze und Stein“ auf.

Damit Leben sich überhaupt erst entwickeln könne, brauche es Raum aus den Elementen Pflanze und Stein. Die elastische, sich ständig verändernde, vergehende Pflanze, der harte, kantige, abweisende, dann zu Sand und Erde verwitternde Stein: „Beide haben das Warme und Kalte in sich, beide ergänzen sich zu unglaublichen Harmonien.“

Und in diesem Lebensräumen aus Pflanze und Stein spiele sich die Existenz des Menschen ab, erst deren Miteinander bewirke sinnvolles, gutes Leben auch für den Menschen: „Die menschliche Lebensbahn spannt sich vom Mutterleib bis zur Grabeshöhle“, werde in Kinder- und Schulzimmern, in Werkstätten und Altenheimen verwirklicht. Da stellt sich für Wolfgang Graf immer die selbe Frage: „Sind es auch gute Räume?“

Stellvertretend stellte Graf kindgerechte Räume vor, Orte, wo Anlagen angeregt, Sinnesorgane entwickelt werden können, zum Beispiel kleine Baustellen mit Sand, Kies und Wasser: „Über ihre Hände gelingt den Kindern das Begreifen der Welt – aber nur zu selten finden sie heute diese idealen Entwicklungsräume. In unseren Gärten ist alles aufgeräumt, jeder Entdeckungsdrang wird erstickt.“


Gute Räume, so Wolfgang Graf, müssten Licht und Schatten bieten, Farbe und Stille, um auch die leisen Töne der Natur zu hören, sie müssen schützende Geborgenheit und freundliche Zugewandtheit ausstrahlen. Er rief dazu auf, diese guten Räumen selbst in den eigenen Gärten zu schaffen: „Das kann jeder mit wenigen Mitteln erreichen.“

In Friesland gebe es Ortschaften voll mangelhafter Planung, „wenn man hineinfährt auf der einen Seite, sieht man schon das Ende auf der anderen.“ Doch ebenso sei in den friesischen Gefilden noch wohl gebaute Natur zu finden mit Hecken und Bäumen, mit raumabschließenden Funktionen, aber sie falle vielerorts der modernen Landwirtschaft zum Opfer. Graf: „Wir stehen heute in der Verantwortung, diese Räume wieder zu vernetzen. Ob wir Steine aufeinander schichten oder Bäume pflanzen, wir müssen gute Räume schaffen, damit Leben sich entwickeln kann.“