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VORTRAG Statt Mangel-Essen frische, regionale Küche

KAI HIPPEN

STEINHAUSEN - Zurück zu den Wurzeln: Diesmal ging es im Gesprächskreis für gesunde Ernährung und Lebensführung in Bockhorn (GELB) genau darum, um die gesunde Nahrung. Der Sprecher des Kreises, Dr. Joachim Hensel (Bockhorn), war Referent vor rund 80 Zuhörern in der „Altdeutschen Diele“ in Steinhausen. Sein Thema: „Ernährung im 21. Jahrhundert“. Sein Appell: „Rette sich, wer kann.“

Wie kann in einem Land mit reichem Angebot an Nahrungsmitteln eine große Zahl von ernährungsbedingten Krankheiten auftreten? Essen wir uns krank? So scheint es zu sein: Gebissverfall, kaputte Bewegungsapparate, Fettsucht, Zuckerkrankheit, Leberschäden, verstopfte Verdauungsorgane, Herzinfarkt und Schlaganfall, mangelhafte Infektabwehr, manche Krebsarten: „Das sind alles ernährungsbedingte Zivilisationskrankheiten.“ Dabei, so Hensel, halten sich 71 Prozent der Europäer für gesund ernährt.

Woher sollen wir wissen, welche Nahrung die richtige ist? Dafür gibt es keine Instanz, kein Lehrfach an den medizinischen Fakultäten, im Gegenteil, „die Ärzte leben als Reparateure“ von Fehlgewohnheiten. Durch Industrialisierung und Verstädterung sei die Ernährung fest in die Hände der Nahrungsmittelindustrie gelangt. Selber kochen kommt aus der Mode, in den USA würden heute 95 Prozent der Lebensmittel industriell gefertigt.

Die Unvollkommenheit ihrer Ware gibt die Industrie gerne zu, und preist im selben Atemzug die passenden Ergänzungsmittel an. „Food-Designer“, in der Sprache Joachim Hensels wahre Leichenschänder, entwerfen in Labors neues Essen, für „Functional-Food“ werden Arznei- und Lebensmittel zusammengemischt. „Mit den wertvollen Proteinen der Natur“ heißt nichts anderes als: Knabberchips aus Hühnerfedern. In der Agro-Gentechnik würden Artgrenzen überschritten. Gene aus Lachsen kalter Meere werden in Erdbeeren verpflanzt, damit die besser halten. Hensels Warnung: „Die Wirkung neuer Eiweißstrukturen ist nicht vorhersehbar. Ein Nutzen für die weltweite Ernährung ist bisher nicht erkennbar.“ Über Risiken der Gentechnik lägen keine Untersuchungen vor. Und wer kontrolliert sie? Die Industrie in eigener Regie.

Dank Nanotechnologie fließt der Ketchup schneller aus der Flasche. Aber was bringt sie an Nebenwirkungen, wie werden die kleinen Partikel entsorgt? „Wir wissen nichts darüber.“


Joachim Hensel bekundete die GELB-Maximen: „Lasst unsere Nahrung so naturnah wie möglich. Esst frisches Getreide, darin sind alle bekannten essentiellen Nährstoffe enthalten.“ Weg mit den Ausreden für Mangel-Essen wie „schmeckt gut, ist bequem, schnell gemacht, preiswert“. Dafür sollte gelten: „Frisch, lebendig, saisonal, regional, selbst gemacht.“

Programm bei Gelb

Weitere Vorträge:

Am 25. September wird Dr. Wolfgang Probst (Westerstede) über seine Erfahrungen „als operierender Arzt in Phnom Penh (Kambodscha)“ berichten. Der Heilpraktiker Hans-Heinrich Jörgensen (Grossenkneten) geht am 9. Oktober der Frage nach: „Arthrose und Osteoporose - Altersschicksal?“

Professor Dr. Heinz Buddemeier (Bremen) referiert am 20. November über „Seelische Altersvorsorge“.

Am 15. Januar 2009 geht es für Michael Pehker (Zetel) um „Energie aus der Sonne“.

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