STEINLOGE - „Kein-Inge-Wiwest“ nennt sich in Kurzform eine Bürgerinitiative, die sich jetzt in der Großenkneter Ortschaft Steinloge gegründet hat. Es ist die Kurzform für „Kein Industriegebiet Wildeshausen-West“. Der Widerstand gegen das geplante Gewerbe- und Industriegebiet Wildeshausen-West, das die Nachbarn direkt an der Gemeindegrenze planen, gehe damit in die nächste Runde, berichteten die Sprecherin der Initiative, Angela Oltmann, Bezirksvorsteher Udo Wilhelmy und Ratsherr Ralf Martens im Gespräch mit der NWZ .

Auf einer weiteren Dorfversammlung habe sich die überwiegende Mehrheit der Anwesenden (bei vier Enthaltungen) für eine gemeinschaftliche Eingabe gegen die Flächennutzungsplanänderung (die NWZ berichtete) ausgesprochen. Gleichzeitig habe eine Vielzahl von Einzelpersonen angekündigt, ebenfalls Bedenken und Einwände gegen die Planungen der Stadt Wildeshausen einzureichen. „Wir werden sie sammeln und am nächsten Donnerstag im Wildeshauser Stadthaus abgeben“, so Angela Oltmann. Das ist einen Tag vor der Abgabefrist.

Die Bürgerinitiative will informieren und die Öffentlichkeit mobilisieren. Auch die Bewohner der Wildeshauser Ortschaften Heinefelde und Aumühle sind aufgerufen, sich zu beteiligen. Geplant seien Unterschriftenlisten sowie weitere Eingaben bei beteiligten öffentlichen Stellen und Verbänden.

„Der Kern der Bürgerinitiative besteht derzeit aus 15 Personen, die das Vorhaben kritisch von allen Seiten beleuchten“, erklärte Angela Oltmann.

Wie die NWZ bereits berichtete, sehen die Steinloger eine Vielzahl von Gründen, die gegen die Ausweisung der Industrie- und Gewerbeflächen in diesem Bereich sprechen. Vor allen Dingen wird der nicht vorhandene Bedarf gesehen, gerade auch aufgrund des Gewerbe- und Industriegebietes, das auf dem Flugplatz Ahlhorn entwickelt werde. Verwiesen wird auf eine Vielzahl von „nicht ausgelasteten“ Gewerbegebieten entlang der Autobahnen A 29 und A 1. Die unwiederbringliche Zerstörung von rund 58 Hektar Wald und umfangreiche Erdbewegungen aufgrund der großen Höhenunterschiede haben nach Ansicht der Steinloger erhebliche Folgen für Flora und Fauna, für die Gewässer und Landschaftsschutzgebiete, für die Naherholung und die Landwirtschaft und nicht zuletzt für den Bestand des Naturparks Wildeshauser Geest.


„Diese Folgen werden im Erläuterungsbericht zur Flächennutzungsplanänderung unzureichend bzw. gar nicht berücksichtigt“, meint die Bürgerinitiative. Bemerkenswert sei auch, dass der Erläuterungsbericht zwar den „Stand 2009“ angebe, aber offensichtlich bereits vor mehreren Jahren erstellt worden sei „und sich teilweise auf ungültige Rechtsgrundlagen und nicht mehr bestehende Sachverhalte bezieht.“

Die Bürgerinitiative ist per E-Mail zu erreichen unter: kein-inge-wi-west@t-online.de