STENUM - STENUM - Wie gefährlich ist die Vogelgrippe? Welche Vorsorgemaßnahmen gibt es? Und besteht eine Gefährdung für den Menschen? Über diese Fragen diskutierten gestern die Gäste von „Nordwestradio unterwegs“ in Lüschens Bauerndiele mit Moderatorin Elske Brault. Titel: „Mehr als ein harmloser Schnupfen – Ist die asiatische Vogelgrippe der Vorbote einer weltweiten Seuche?“.

Teilnehmer waren der Dötlinger Wilhelm Hoffrogge (Vorsitzender des Niedersächsischen Geflügelzuchtverbandes), Clemens gr. Macke (agrarpolitischer Sprecher der CDU), Dr. Alfons Nettesheim (Hafenarzt Bremen), Thomas Dosch (Vorstand Bioland) und Prof. Dr. Franz Beierlein (Institut Vogelforschung Wilhelmshaven).

Niedersächsische Betriebe halten etwa 60 Millionen Stück Geflügel. Er mache sich „große Sorgen“, falls das Virus nach Deutschland verschleppt werden solle, sagte Hoffrogge. Deswegen sprach er sich für eine vorübergehende Aufstallung des Geflügels aus. Das Virus sei „hochinfektiös und pathogen“. Es gehe vorrangig darum, die Tiere zu schützen und damit auch den Menschen. Für die Tiere sei es mit Ausnahme der Gänse keine Belastung.

So äußerte Hoffrogge auch Unverständnis für die Bundesregierung – die hat sich gerade gegen eine allgemeine Aufstallung des Geflügels ausgesprochen. Eine Haltung, die auch Bioland-Vorstand Thomas Doll vertritt. Er orietiere sich dabei an internationalen Experten, betonte er. Demnach sei die Einstallung unverhältnismäßig. „Die Seuche ist nicht hier.“ Die Betriebe hätten sich aber schon auf die Möglichkeit eingestellt.

Vogelforscher Beierlein erläuterte, dass das Risiko einer Infektion mit dem Virus über Zugvögel vergleichsweise gering, aber nicht auszuschließen sei.


Infektionsschutzreferent Nettesheim schätzte die Gefährdung für den Menschen als derzeit gering ein. Einzelerkrankungen in Asien seien bei Menschen aufgetreten, die in einem Raum mit den Hühnern zusammenlebten. Allerdings: Falls das Virus mutiere, drohe eine Katastrophe.

Trotzdem befürwortet Niedersachsen eine Aufstallung des Geflügels, solange eine Gefährdung nicht auszuschließen sei.

„Das Schlagwort ist Prävention“, sagte der agrarpolitische Sprecher der CDU, Clemens gr. Macke.