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Netzausbau Tadel für den „Ton von Tennet“

STENUM - „Punktuelle Meinungsverschiedenheiten“, so sagte Niedersachsens Umweltminister Dr. Stefan Birkner am Montagabend, gebe es zwischen dem Land Niedersachsen und dem Netzbetreiber Tennet bei der Planung der Höchstspannungs-Trasse von Ganderkesee nach St. Hülfe. Für viele der gut 150 Besucher, die am Montagabend zur Informationsveranstaltung ins Hotel Backenköhler nach Stenum gekommen waren, hörte sich das indes leicht untertrieben an.

Denn während der FDP-Politiker auf die Bestimmungen des Energieleitungsausbaugesetzes (EnLag) zur Erdverkabelung pochte, transparente Planung und aktive Informationspolitik forderte, wirkten die Vertreter des Netzbetreibers in ihrer Haltung trotzig und unnachgiebig. „Wer die Energiewende will, muss den Netzausbau wollen“, erklärte Tennet-Sprecherin Ulrike Hörchens. Ihr Kollege Horst Schäfer beklagte zunächst, dass das Unternehmen Tausende Stellungnahmen von Bürgern erhalte – er wünsche sich, dass diese Einzelmeinungen in einer Stellungnahme der jeweiligen Gemeinde gebündelt würden.

Zum beantragten Planfeststellungsverfahren für Ganderkesee-St. Hülfe – auf dessen Einleitung Tennet vor dem Bundesverwaltungsgericht klagt – bemerkte Schäfer, der Netzbetreiber habe eigentlich eine 8,7 Kilometer lange Erdkabelstrecke auf Ganderkeseer Gebiet bauen wollen. Dass diese nun in zwei rund drei Kilometer lange Abschnitte aufgeteilt und dazwischen eine Freileitung mit zwei Kabelübergangsanlagen gebaut werde, habe er erst angeordnet, so Schäfer, nachdem Ganderkesee-St. Hülfe als Pilotstrecke für die Erdverkabelung auserkoren wurde. Tennet habe zwar Unterlagen für gleich sieben Erdkabelabschnitte nachgereicht, „aber man kann uns nicht vorschreiben, dass wir die auch bauen“, machte er klar.

„Der Ton von Tennet“ ist es, der vor allem Harpstedts Samtgemeinde-Bürgermeister Uwe Cordes ärgert. Er bedauere, dass der Netzbetreiber „noch immer gegen die Bürger arbeitet“. Im Namen der „IG Hochspannung“, die sich für die Klein Henstedter Heide einsetzt, forderte Cordes, Alternativen zu prüfen statt immer noch neue Leitungen zu bauen.

Ganderkesees Bürgermeisterin Alice Gerken-Klaas forderte, „Erdkabel dort, wo Wohnbebauung betroffen ist.“ Sie bekannte sich zu Windenergie und Netzausbau, „aber alles hat seine Grenzen“. Auf die Diskussion unter Moderation von Dr. Peter Ahmels (Deutsche Umwelt-Hilfe) kommt die

NWZ

  in der Mittwochausgabe zurück. 

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Hergen Schelling
Hergen Schelling Redaktion für den Landkreis Oldenburg (Leitung)
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