STENUM - „Uns ist ein Stein vom Herzen gefallen.“ – Die Erleichterung stand dem Aufsichtsratsvorsitzenden Gerd Hanken am Donnerstagabend um 21.45 Uhr ins Gesicht geschrieben. Soeben hatte die Raiffeisen-Viehvermarktung Ganderkesee-Wildeshausen eG mit klarer Mehrheit die Weichen zum Wachsen gestellt: Rückwirkend zum 1. Januar 2010 will das Unternehmen mit der Ammerländer Viehzentrale eG (AVZ) zur „Raiffeisen Viehzentrale eG“ verschmelzen.
Die Fusion ist eine schwere Geburt. 2008 hatten Vorstand und Aufsichtsrat die Verschmelzung bereits zweimal zur Abstimmung gestellt – doch beide Vorstöße scheiterten, die erforderliche Dreiviertel-Mehrheit wurde verfehlt. Manch einem Mitglied schien das Risiko der „Ehe“, insbesondere wegen der AVZ-Verbindlichkeiten, zu hoch. Auch wurde befürchtet, dass der Service bei einem größeren Unternehmen zurückgehen werde.
Am Donnerstagabend war das Bild ein anderes: Nur zwei der etwa 110 anwesenden stimmberechtigten Mitglieder in Backenköhlers Saal votierten mit „Nein“, zwei enthielten sich. Anders als bei den Versammlungen im April und Juni 2008 war diesmal offen abgestimmt worden, einen Antrag auf geheime Abstimmung gab es nicht.
Zuvor hatte Maik Plate (Vorstand) noch einmal für die Verschmelzung geworben. Vor immerhin vier Jahren hätten die Bemühungen in diese Richtung begonnen. In Bildern und Zahlen wurde anschließend der AVZ-Betrieb in Kayhauserfeld vorgestellt – ein Betrieb, den die Raiffeisen-Viehvermarktung nach den fehlgeschlagenen Fusionsvorstößen gepachtet hatte,. Mittlerweile sind die Geschäfte zusammengelegt.
Eher eine Formsache waren die weiteren Punkte des Abends. Die gesamte Zahl der umgesetzten Tiere, so berichtete Geschäftsführer Josef Wigger, sei 2010 rückläufig gewesen (von 544 247 im Jahr 2009 auf 527 344 im Jahr 2010). Der Rückgang erkläre sich insbesondere durch ein Minus bei Ferkeln.
Den Jahresüberschuss 2010 bezifferte der Geschäftsführer mit 37 316 Euro (Vorjahr: 19 944 Euro). Nach dem einstimmigen Votum der Mitglieder soll ein Betrag von 15 000 Euro in die gesetzliche Rücklage fließen, der Rest in die betriebliche Rücklage.
Unstrittig waren auch die anstehenden Personalentscheidungen. Einstimmig wiedergewählt wurden Vorstand Maik Plate (Garmhausen bei Wildeshausen) sowie die Aufsichtsratsmitglieder Kurt Müller (Wildeshausen) und Thorben Schwarting (Thienfelde bei Ganderkesee).
