Westerstede - „Vite, vite!“ – schnell wandert der Würfel von einer Hand in die andere. Die Musik geht aus. Der Schüler, der den gelben Stoffquader gerade in der Hand hält, darf würfeln, die Zahlen von eins bis sechs stehen für ein französisches Wort oder eine Frage. „Wir möchten die Schüler mit Spaß an die französische Sprache heranführen“, sagt Guilhem Arnould.

Er kommt vom Institut français in Bremen und tourt mit dem Francemobil seit September durch Schulen in Niedersachsen und Bremen. Jetzt war er zu Gast an der Robert-Dannemann-Schule (RDS) in Westerstede. Seine Mission: Den Schülern die französische Sprache schmackhaft machen. Denn seit Jahren gibt es an den Schulen einen für Frankophile traurigen Trend: Immer weniger Schüler wählen Französisch als Fremdsprache. Spanisch ist gefragt.

Das bestätigt Jost Preckwinkel, Französischlehrer an der Westersteder Oberschule. „Wir möchten diesem Trend entgegenwirken, damit sich wieder mehr Schüler für Französisch entscheiden.“ Gerade in Europa habe Französisch eine große Bedeutung und sei neben Deutsch die am meisten gesprochene Sprache. Auch im Hinblick auf die Geschichte sei es gut, die Nachbarsprache zu lernen: „Es ist wichtig, sich mit dem Partner zu verstehen“, ist Preckwinkel überzeugt.

Um den Fünftklässlern die Sprache schmackhaft zu machen, greift Arnould in die Spielekiste des Francemobils. Nach dem Würfelspiel geht es um Stille Post auf Französisch, Team „Baguette“ gegen Team „Croissant“. Die Kinder sind mit Feuereifer dabei und erkennen nebenbei, dass es auch Parallelen zwischen Deutsch und Französisch gibt: Wörter wie Telefon, Lampe oder Krokodil sind in beiden Sprachen nahezu gleich.

Das Francemobil ist auf Initiative des deutsch-französischen Jugendwerkes und des Institut français in ganz Deutschland unterwegs. Die insgesamt zwölf Lektoren möchten den Schülern ein zeitgemäßes Frankreichbild vermitteln und Informationen zur Fremdsprachenwahl liefern. An der RDS war das Francemobil schon länger nicht mehr, deshalb ist die Freude umso größer, dass es in diesem Jahr geklappt hat, sagt Französischlehrer Jost Preckwinkel.