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Corona-Ausbruch „Wir waren eine Art Probefall“

Christof Rührmair

Stockdorf - Vor einem halben Jahr schaute ganz Deutschland auf Stockdorf bei München: Dort, in der Firmenzen­trale des Automobilzulieferers Webasto, gab es die ersten bekannten Corona-Fälle in Deutschland. Eine chinesische Mitarbeiterin hatte das Virus auf einer Dienstreise mitgebracht. Die Nachricht von ihrem positiven Test erreichte Firmenchef Holger Engelmann am Montagmorgen zu Hause.

Notfallplan erarbeitet

„Montagabend hatten wir dann den ersten deutschen Mitarbeiter, der positiv getestet wurde, und am Dienstag waren es noch drei weitere. Das ging dann sehr schnell, dass wir mitten in der Corona-Pandemie waren.“ Doch inzwischen zieht Engelmann ein positives Fazit des Krisenmanagements.

„Ich glaube, wir haben verdammt viel richtig gemacht. Wie wir damals gehandelt haben, ist auch aus heutiger Sicht eine Blaupause, wie man Infektionsketten unterbricht“, sagt Engelmann. „Wir haben schnell und transparent reagiert, haben schnell getestet und Hygienemaßnahmen eingeführt. Ich glaube, so kann man aufflackernde Ausbrüche in den Griff bekommen. Aber man braucht natürlich immer auch ein bisschen Glück.“

Zwei Tage nach Bekanntwerden des ersten Falls am 27. Januar schloss Webasto seine Zentrale für zwei Wochen. Zusammen mit den staatlichen Stellen gelang es damals, den Ausbruch einzufangen. „Die Behörden haben an uns eine Art Probefall durchexerzieren können, der gut ausgegangen ist“, sagt Engelmann. „Vielleicht haben wir in Deutschland dadurch auch einen kleinen Vorsprung gehabt, bevor die richtige Welle losging.“

„Schnelligkeit war und ist extrem wichtig“ sagt der Manager. Man müsse sofort Listen zusammenstellen, unmittelbar darauf testen und schnell ein Ergebnis bekommen. Nur so könne man das Virus einholen. „Da haben wir den Behörden in der Anfangsphase sicherlich auch geholfen, weil wir unser Personal zur Verfügung gestellt haben, das den Mitarbeitern hinterhertelefonierte.“ Insgesamt bewertet er die Zusammenarbeit mit den Behörden aus heutiger Sicht als „sehr gut“.


Erfahrungen hilfreich

Die Erfahrungen haben auch Webasto selbst schon genutzt. „Wir hatten noch Fälle an unterschiedlichen Standorten: USA, Mexiko, auch Europa“, sagt Engelmann. Dort habe man aber nicht schließen müssen.

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