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Alternatives Wohnen In Butjadingen Stollhammer Schule wird zum Zankapfel

Detlef Glückselig

Stollhamm - Was soll mit der alten Stollhammer Schule passieren? An dieser Frage scheiden sich in Butjadingen die Geister. Karin und Hans Hellwig aus Eckwarden möchten das Gebäude kaufen und für ein generationenübergreifendes Wohnen nutzen (die NWZ berichtete). Die aus CDU, FDP und Unabhängigen bestehende Mehrheitsgruppe im Butjadinger Gemeinderat hingegen hat beantragt, dass die Schule abgerissen und die Fläche für Bauplätze hergerichtet wird. Daran wiederum üben jetzt Martina Geberzahn von der SPD und Jürgen Sprickerhof von den Grünen Kritik.

Karin und Hans Hellwig haben der Gemeinde für die alte Schule 75 000 Euro geboten. Am diesem Donnerstag, 12. März, soll bei einer um 19 Uhr im Rathaussaal in Burhave beginnenden öffentlichen Sitzung der Finanzausschuss des Gemeinderats eine Vorentscheidung darüber fällen, ob die Gemeinde das Angebot annehmen soll oder nicht. Den endgültigen Beschluss fasst am 25. März der Rat selbst.

Generationenübergreifendes Wohnen

Gibt es ein Ja für den Verkauf wollen die Hellwigs die alte Schule für ein Cohousing, ein generationenübergreifendes Wohnen, nutzen. Sie würden selbst in die Schule einziehen und haben nach eigener Aussage auch bereits potenzielle Mitbewohner.

Kaum wurde indes öffentlich bekannt, dass es für die seit 2012 geschlossene Schule Kaufinteressenten gibt, legte die Mehrheitsgruppe ihren Antrag vor – der laut FDP-Ratsfrau Uta Meiners auch die Basis für ein Konzept zur Weiterentwicklung des Stollhammer Ortskerns darstellen könnte.

Martina Geberzahn von der SPD betont in einer Stellungnahme zu dem Thema, dass es nach ihrer Meinung gerade das Hellwig-Projekt ist, das für Stollhamm und darüber hinaus für ganz Butjadingen eine Bereicherung darstellen würde. „Für mich ist das ein richtiger Schritt in Richtung soziales Wohnen und Wohnen im Alter“, sagt die Stollhammer Ratsfrau.


Zweifel an den Zahlen

Die Mehrheitsgruppe legt in ihrem Antrag Abrisskosten in Höhe von 60 000 Euro zugrunde und kalkuliert den zu erzielenden Preis für Bauland in Stollhamm mit mindestens 50 Euro pro Quadratmeter. Martina Geberzahn äußert Zweifel an diesen Zahlen. Sie glaubt nicht, dass der Abriss der Schule für 60 000 Euro zu haben ist. Und die Bauplätze müssten, so Martina Geberzahn, auch erstmal verkauft sein, ehe pro Quadratmeter 50 Euro oder mehr in die Gemeindekasse fließen.

Zuletzt, das bestätigt die Gemeindeverwaltung, sind Grundstücke in Stollhamm für 20 Euro pro Quadratmeter verkauft worden, weil sich über Jahre keine Käufer fanden. Martina Geberzahn sind 75 000 Euro, die die Gemeinde bei einem Verkauf der Schule sofort einstreichen könnte, lieber als ein Risikospiel mit einem, wie sie schreibt, finanziell völlig offenen Ende.

Jürgen Sprickerhof von den Grünen ist ebenfalls davon überzeugt, dass ein Cohousing eine Bereicherung für Stollhamm darstellen und zu einer Belebung des Ortskerns führen würde. „Ich würde gerne sehen, dass das Projekt zum Zuge kommt“, sagt er.

„Das ist schon ein bisschen schäbig“

Der Grünen-Ratsherr wundert sich, dass es der Mehrheitsgruppe gerade zu diesem Zeitpunkt um eine Entwicklung des Ortskerns von Stollhamm geht. Ein Konzept dafür hätte man seit acht Jahren, seit der Schließung der Schule nämlich, erarbeiten können. Dass es ausgerechnet jetzt zur Sprache kommt, habe allein das Ziel, das Projekt der Hellwigs zu verhindern, so Jürgen Sprickerhof. „Das ist schon ein bisschen schäbig“, sagt er.

In den Sozialen Netzwerken stoßen die Hellwigs mit ihrem Projekt ganz überwiegend auf Zuspruch. „Die Idee ist großartig und sicherlich zukunftsweisend“, schreibt eine Nutzerin bei Facebook. „Finde ich super“, notiert eine andere Kommentatorin.

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