Stollhamm - Der 13. März 2016 war kein guter Tag für Stollhamm. Es war der Tag, an dem die Stollhammer Spielschar im Saal des Huus an’n Siel zum letzten Mal ihr Stück „Pension Schöller“ aufführte. Als der Applaus verklungen war, fiel nicht nur für die Theaterspieler, sondern auch für das Huus an’n Siel selbst der letzte Vorhang. Seitdem hat sich niemand gefunden, der ihn wieder öffnen könnte. Das Haus steht zum Verkauf. Konkrete Interessenten jedoch gebe es nicht, sagt Makler Christian Bookmeyer.

Seit Februar versucht die Schweier Firma Immobilien Bookmeyer für das Huus an’n Siel einen Käufer oder eine Käuferin zu finden. „Lust auf eine neue Herausforderung? Dorfgemeinschaft sucht neuen Gastwirt“ – so bewirbt Christian Bookmeyer das Gebäude auf der Homepage seiner Firma. 143 000 Euro sind für das laut Exposé 18 Zimmer und circa 540 Quadratmeter Gastronomiefläche umfassende Haus veranschlagt.

Sich der Herausforderung stellen und das Geld auf den Tisch legen will nach dem bisherigen Stand der Dinge aber niemand. „Wir haben alles Mögliche in die Wege geleitet, haben auch in Fachzeitschriften Anzeigen geschaltet“, sagt Christian Bookmeyer – und fasst das Ergebnis so zusammen: „Verhaltene Resonanz.“ Zwar habe es Gespräche und auch Besichtigungen gegeben; die hätten aber nicht zu einem konkreten Interesse geführt. Ohnehin, so Christian Bookmeyer, sei es schwierig, gastronomische Objekte zu veräußern. Das Huus an’n Siel bilde da keine Ausnahme.

Der letzte Pächter Harald Kroetz hatte zur Begründung seines Rückzugs unter anderem angegeben, dass er vom Landkreis Wesermarsch mit Brandschutz-Auflagen konfrontiert worden sei. Kreis-Sprecher Matthias Sturm bestätigt, „dass es seinerzeit brandschutzrechtliche Anforderungen seitens des Landkreises gab, die der Pächter bei der angestrebten Nutzung zu erfüllen gehabt hätte“.

Christian Bookmeyer räumt ein, dass es für einen Nachfolger alleine mit dem Kaufpreis nicht getan sei, sondern noch investiert werden müsse. Gleichzeitig betont er, dass das Huus an’n Siel viel Potenzial habe und ein Gastronom, der seinen Job versteht, dort einen erfolgreichen Betrieb führen könne.


Viele Fragezeichen, keine Alternativen – so fasst Vorstandsmitglied Rainer Meyer die Situation aus Sicht des Bürgervereins Stollhamm zusammen. Mit der Schließung des Huus an’n Siel ist den Stollhammern nicht nur die Dorfgaststätte, sondern auch der Saal abhanden gekommen, in dem viele Veranstaltungen stattfanden. Die Vereine weichen auf das Vereinsheim am Sportplatz oder in die Pastorei aus. Dort ist der Platz aber begrenzt.

Die Stollhammer Spielschar etwa, die ihre Stücke im Saal aufgeführt hatte, liege „auf Eis“, bedauert Rainer Meyer. Trauer- und andere Gesellschaften müssten ebenfalls auf andere Säle ausweichen. Dass die Gemeinde den Saal des Huus an’n Siel seinerzeit abgegeben hatte, hält Reiner Meyer noch heute für einen Fehler.

Unterdessen sagt Hinrich Wulf aus Schwei, Eigentümer des Huus an’n Siel, dass er sich lange darum bemüht habe, wieder einen Gastronomen für das Gebäude zu finden – vor allem auch im Sinne der Stollhammer. Da das aber nicht zu klappen scheint, werde inzwischen auch eine andere als eine gastronomische Nutzung für die Immobilie angedacht, so Hinrich Wulf. Möglichkeiten dafür gebe es.