STOLLHAMM - Die Teilnehmer eines Treffens des Bundesverbandes Deutscher Milchviehhalter (BDM) am Freitagmorgen im „Huus an’n Siel“ in Stollhamm haben erste Bilanz gezogen nach der Unterbrechung – so nennen sie die vorläufige Beendigung – des Milchlieferstopps. Zu diesem vorläufigen Boykott-Ende hatte – wie berichtet – der BDM-Bundesvorsitzende Romuald Schaber am Donnerstag bei einer Kundgebung in Berlin aufgerufen.
Im Kampf gegen die Milchindustrie ging es, so teilte am Freitag Thomas Roßkamp (BDM-Teamleiter für die nördliche Wesermarsch) mit, „neben dem Milchpreis auch um die bestehende Ungerechtigkeit“.
Roßkamp fasst die Meinung der Versammlungsteilnehmer so zusammen: „Die Landwirte wurden von ihren eigenen Vertretern hintergangen und betrogen. Angefangen mit der Lüge von 20 Prozent Überproduktion vor einem Jahr bis hin zu der Lüge, dass der Milchstreik keine spürbaren Auswirkungen auf den Markt haben wird. Außerdem haben wir bewiesen, dass Landwirte doch zusammenhalten können. Jahrelang wurde uns vorgegaukelt, unsere Nachbarn wären Schuld an unserem Problem.“
Thomas Roßkamp freute sich: „Wir haben unsere Milch wieder zu unserem Eigentum gemacht. Jeder hat für sich selber bestimmt, ob er seine Milch verkauft oder nicht.“
Die Landwirte wollen jetzt abwarten, ob die Preiserhöhungen durchgereicht werden oder ob sie sich wie gewohnt auf dem Weg zu den Höfen verlaufen. „Dann werden wir wieder ungemütlich“, so Helmut Heins aus Stollhamm während der Versammlung von Milchbauern aus der nördlichen Wesermarsch.
