STOLLHAMM - Er war Land und Leuten in besonderer Weise verbunden, denn seine Passion galt der Heimatkunde und -geschichte. Dafür, dass er die in vielen Schriften der Nachwelt erhalten hat, wurde er mehrfach ausgezeichnet. Der angesehene Landwirt, Heimatforscher und Journalist Adolf Blumenberg aus Stollhammer Ahndeich verstarb am Sonnabend im Alter von 86 Jahren.
Am 3. März 1925 geboren, wuchs Adolf Blumenberg mit vier Geschwistern auf der elterlichen Hofstelle in Stollhammerdeich auf. Er besuchte die Volksschulen in Augustgroden, Schweewarden und Iffens sowie eine Internatsschule im Allgäu, wo er seine Reifeprüfung ablegte. Nach Offiziersschule, Fronteinsatz und Internierung kehrte Adolf Blumenberg 1945 mit zwei Verwundungen auf den elterliche Hof zurück. Gemeinsam mit Ehefrau Käte, geborene Blohm, übernahm er 1948 die Landstelle der Großeltern in Stollhammer Augustgroden.
Ab 1957 war Adolf Blumenberg als Nebenerwerbslandwirt und als Reporter tätig. Rund 25 Jahre stand er als Redakteur in Diensten derNWZ
. Seine heimatkundlichen Beiträge derNWZ
-Serie Land und Leute zwischen Weser und Jade wurden in einem vierbändigen Werk zusammengefasst.Mit seiner heimatkundlichen Tätigkeit hatte Adolf Blumenberg 1980 begonnen. Er ist Autor von über 25 Büchern. Er verfasste unter anderem die rund 500-seitige Elsflether Stadtgeschichte sowie die jeweils über 500 Seiten starken Chroniken seines Heimatdorfes Stollhamm und der Gemeinde Butjadingen. In zahlreichen Vorträgen nicht nur im Landkreis Wesermarsch machte Adolf Blumenberg Heimatgeschichte wieder lebendig.
Große Verdienste um das Allgemeinwohl erwarb sich Adolf Blumenberg Butjadingens Bürgermeister Rolf Blumenberg ist sein Sohn auch durch sein umfangreiches ehrenamtliches Engagement. Er gehörte dem Rat der damaligen Gemeinde Stollhamm an, war 15 Jahre Deichgeschworene und Strandvogt am Jadebusen sowie Mitglieder des Kreisvorstandes des Sozialverbandes VdK.
Nicht nur mehrere Stollhammer Vereine machten Adolf Blumenberg, der seit 1988 verwitwet war, wegen seines Einsatzes zum Ehrenmitglied. So auch der Bürgerverein, an dessem Wiederaufbau er als Schriftführer in den 50er- und 60er-Jahren mitwirkte. Die Ehrenmitgliedschaft verlieh zudem der Rüstringer Heimatbund Adolf Blumenberg, der zu den Mitbegründern der Arbeitsgruppe Heimatgeschichte gehörte.
Adolf Blumenberg im Kondolenzbuch
Die Verleihung der Landschaftsmedaille und der Ehrennadel des Heimatbundes für Niedersächsische Kultur sowie die Berufung in die Albrecht-Thaer-Gesellschaft für Verdienste um die Landwirtschaft sind drei von mehreren Auszeichnungen, mit denen das verdienstvolle Wirken von Adolf Blumenberg gewürdigt wurde. Sein Einsatz für Land und Leute wird durch seine Werke unvergesslich bleiben.
