Hannover/Oldenburg - Niedersachsens früherer Kulturminister Lutz Stratmann (CDU) aus Oldenburg leitet ab dem 1. September die Demografieagentur für die niedersächsische Wirtschaft. Die Einrichtung berät Unternehmen und erhält dafür Geld vom Land und aus dem Europäischen Sozialfonds. Die Agentur war vor zwei Jahren vom Arbeitgeberverband NiedersachsenMetall und dem DGB gegründet worden.
In den ländlichen Regionen könnte nach Angaben beider Seiten schon in zehn Jahren jeder zehnte Betrieb wegen des demografischen Wandels vor dem Aus stehen. Die Demografieagentur soll Betrieben helfen, Lösungen zu finden. Stratmanns Vorgänger Edmund Schulz wechselt zurück in die Wirtschaft.
Die Agentur will ihre Beratungsleistung wegen der großen Nachfrage kräftig ausbauen. „Es ist unsere Überzeugung: Wenn wir die Wettbewerbsfähigkeit der Betriebe und die Arbeitsfähigkeit der Beschäftigten langfristig garantieren wollen, dann müssen wir Gesundheit, Leistungsfähigkeit und Kompetenz der Mitarbeiter erhalten und fördern“, sagte der 54-jährige Stratmann. Eine Strategie zur Wiedergewinnung und dem Halten von älteren Fachkräften, sowie die berufsbegleitende Fort- und Weiterbildung geeigneter Mitarbeiter seien zentrale Handlungsfelder.
„Die Demografieagentur hat sich zum Leuchtturm mit bundesweiter Strahlkraft entwickelt“, betonte Volker Schmidt, Aufsichtsratsvorsitzender der Agentur. Von einer zu Beginn rein koordinierenden Rolle würden die Aufgabenschwerpunkte nun in Richtung Beratungsleistungen weiter deutlich verlagert. „Dazu werden von Gewerkschaften und Arbeitgebern erhebliche Mittel zur Verfügung gestellt.“
