STREEKERMOOR - Für viele Menschen ist die Frage, ob Organspende oder nicht, noch oft ein Tabuthema, obwohl sie wissen, dass der medizinische Fortschritt viele Leben retten kann. Um das Thema einmal näher zu beleuchten, hatten die Landfrauen aus Tweelbäke zu einem Informationsabend bei Ripken in Streekermoor eingeladen.

„Viele junge Menschen denken nicht darüber nach, dass sie selbst etwa nach einem Unfall oder einer Krankheit betroffen sein können“, sagte Referent Friedhelm Schulz. Er ist selbst Betroffener und gehört einer Selbsthilfegruppe an. Durch eine lebensrettende Lebertransplantation wurde ihm quasi ein neues Leben geschenkt. Das sind für ihn heute Gründe genug, um in Vorträgen zum Thema Organspenden die Zuhörer zum Nachdenken zu bewegen.

So auch an diesem Abend. Für ihn war es der sechste dieser Vortragsabende, die oft von Landfrauenvereinen der Region organisiert werden. „Gerade durch diese Art der Aufklärung ist die Bereitschaft zur Organspende gestiegen“, so der Referent. Trotzdem liege sie in ganz Deutschland nur bei 14,8 Prozent, in Niedersachsen immerhin bei 19 Prozent. Obwohl die Tendenz ansteigend sei, liege die Bereitschaft zur Organspende aber im Europa-Vergleich an viertletzter Stelle, berichtete Friedhelm Schulz.

Für die 65-jährige Hannelore Klaener ist die Organspende kein Tabu. Wenn auch oft die Meinung unter den Menschen bestehe, dass man dann „ausgeschlachtet werden“ würde: „Das ist völliger Quatsch. Denn es wird nur das entnommen, was man zu Lebzeiten will.“ Auch für die 26-jährige Melanie Huntemann aus Tweelbäke ist es längst kein Tabu mehr. Schon oft sei darüber in der Familie geredet worden. „Wenn man anderen Menschen – ob Jung oder Alt spielt keine Rolle – das Leben retten kann“, ist auch sie zur Spende bereit.