Ganderkesee - Die Geschichte des Ortes Ganderkesee bei einem Spaziergang erzählen – das hat sich Helga Härtel bei der nächsten Landpartie des Ganderkeseer Gästeführerteams am Sonntag, 2. Februar, vorgenommen. Der zweistündige Streifzug beginnt um 10 Uhr auf dem Parkplatz des neuen Famila-Marktes – beziehungsweise im Jahr 860, als die „Vita St. Willehadi“ über Wunderheilungen berichtet und das Dorf der geheilten Frau Herimod, „Ganderikesard“, erstmals aus dem Dunkel der Geschichte auftaucht.
Schon damals sei es wohl die zentrale Lage im Largau gewesen, die den Ort auszeichnete, ist die Gästeführerin überzeugt. Hier, am Friesischen Handelsweg, sei ja Mitte des 9. Jahrhunderts auch die Cyprian- und Corneliuskirche errichtet worden. Mit deren Bau habe es wohl auch damals schon einen regelmäßigen Markttag in Ganderkesee gegeben, und zwar am 14. September, zu Ehren des Cyprian von Karthago.
Dennoch sei Ganderkesee über Jahrhunderte ein kleines Bauerndorf geblieben. Noch bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges habe der Ort nur etwa 800 Einwohner gezählt.
Eine Auffälligkeit in diesem Dorf: die sieben Gaststätten rund um die Kirche (Linde, Börse, Eiche, Brunken, Härtel, Niehof, Bucksche Härtel). Deren Existenz erkläre sich insbesondere durch die Kirche und die Gottesdienstbesucher auch aus den Dörfern der Umgebung, sagt die Gästeführerin. In früheren Jahrhunderten habe es durchaus die Pflicht gegeben, dass von jedem Hof mindestens eine Person zum Gottesdienst nach Ganderkesee fuhr – denn „da wurden ja auch Verordnungen mitgeteilt“. Die Gastronomen hätten, teils sogar noch bis zum Zweiten Weltkrieg, auch die Möglichkeit zum Ausspann der Pferde geboten.
Die Teilnahme an der Landpartie (Titel: „Ganderkesee – von Ganderikesarde bis heute“) kostet 3 Euro. Kinder unter 16 Jahren gehen kostenfrei mit. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
