Hannover/Bremen/Osnabrück - Ausgerechnet während der weltgrößten Industriemesse sorgt ein Warnstreik am Dienstag in Hannover für erhebliche Ausfälle im Nahverkehr. Durch die Arbeitsniederlegung im öffentlichen Dienst wird es auch in Osnabrück und Bremen zu massiven Einschränkungen im öffentlichen Leben kommen. Die Gewerkschaft Verdi will mit dem Warnstreik Druck auf die laufenden Tarifverhandlungen für die Beschäftigten von Bund und Kommunen machen.
Bei dem Nahverkehrs-Unternehmen Üstra in Hannover treten die Mitarbeiter von Betriebsbeginn um etwa 3.30 Uhr bis in die Nacht zu Mittwoch um 1.30 Uhr in den Warnstreik. Auch die Besucher der Messe müssen auf andere Verkehrsmittel ausweichen. Die Regionalbahnen Metronom und Erixx wollen zusätzliche Stopps am Bahnhof Hannover Messe einrichten. Der Regiobus und die S-Bahnen fahren zu den regulären Zeiten. Die Verkehrsmanagementzentrale warnt vor einem erhöhten Verkehrsaufkommen auf dem Messeschnellweg. Auch in Osnabrück bleiben die Busse der Stadtwerke ganztägig stehen - dazu gehört der Schülerverkehr.
In Hannover bleibt zudem der Müll liegen. Laut Entsorger Aha wird bei der nächsten regulären Abholung die Abfuhr nachgeholt. Auch die Wertstoffhöfe und Deponien bleiben geschlossen. Die private Firma Remondis holt die Wertstoffe im Umland wie gewohnt ab.
Die Kindertagesstätten der Stadt und Region bleiben ebenfalls geschlossen. Etwa 3700 Kinder können nicht betreut werden. Eine Notdienstvereinbarung gibt es nicht. „Die Stadtverwaltung bedauert dies, akzeptiert aber die Haltung der Gewerkschaft“, so Pressesprecher Andreas Möser. Neben den Kitas werden in Hannover und Bremen städtische Einrichtungen wie Bürgerämter und Bäder bestreikt.
Verdi fordert sechs Prozent mehr Gehalt, 100 Euro mehr Vergütung für Auszubildende und ihre unbefristete Übernahme. „Das vorliegende Angebot von einem Prozent für sieben Monate in diesem Jahr bedeutet real mickrige 0,6 Prozent mehr Gehalt aufs Jahr gerechnet“, so Verdi-Landesleiter Detlef Ahting. In Hannover wird es auf dem Trammplatz und in Bremen auf dem Marktplatz Kundgebungen geben.
