Bremen/Frankfurt/Main - Mit dem härtesten Streik der Unternehmensgeschichte haben die Piloten den Betrieb der Lufthansa weitgehend lahmgelegt. Der am Mittwoch begonnene Ausstand der rund 5400 Kapitäne und Co-Piloten war an allen deutschen Flughäfen spürbar und soll bis Freitag andauern. Trotz der Osterferien, die an diesem Donnerstag in Niedersachsen beginnen, wollen die Piloten ihren Arbeitskampf unvermindert fortsetzen.
Am Vormittag demonstrierten Hunderte Piloten am Frankfurter Flughafen für ihre Anliegen. Lufthansa hatte für diese Zeit rund 3800 Flüge mit 425 000 Passagieren abgesagt und konnte zunächst nur vereinzelte Flüge starten.
In den Terminals der Drehkreuze Frankfurt und München wie auch an anderen Flughäfen herrschte kaum Betrieb, weil die meisten Passagiere rechtzeitig informiert worden waren. Ungewohnt ruhig ging es auch im Terminal des City Airport Bremen zu. „Hier war es still, zu still“, sagte der Flughafen-Sprecher Florian Kruse der NWZ . Er hofft auf ein baldiges Streikende, „am besten noch vor Freitag“.
Ruhig blieb es trotz des befürchteten Ansturms auch auf den Schienen, wie Angelika Theidig, Pressesprecherin der Bahn, derNWZ bestätigte. „Wir waren gut vorbereitet. Zusätzliche Züge mussten nicht eingesetzt werden“, sagte sie. Zuspitzen könne sich die Lage jedoch am Freitag infolge des verstärkten Reiseverkehrs.
Lufthansa kann für die Streiktage nur etwa 500 Verbindungen mit Jets nicht bestreikter Tochterfirmen anbieten. Diese fänden wie geplant statt. Auch bei der Lufthansa-Tochter Germanwings fallen mehr als die Hälfte der 1332 geplanten Flüge aus. Der Rest wird von der nicht bestreikten Gesellschaft Eurowings geflogen. Den wirtschaftlichen Schaden bezifferte die Lufthansa auf einen hohen zweistelligen Millionenbetrag.
Markus Wahl, Sprecher der Vereinigung Cockpit, betonte, dass die Piloten nach Ende des Streiks bis nach den Osterferien nicht noch einmal die Arbeit niederlegen werden.
