London/Wolfsburg - Der jahrelange Streit um Volkswagens Beteiligung an Japans viertgrößtem Autobauer Suzuki ist vom Tisch. Nach einer Entscheidung des Schiedsgerichts der Internationalen Handelskammer (ICC) verkaufen die Wolfsburger wie von Suzuki gefordert ihren knapp 20-prozentigen Anteil am japanischen Unternehmen. Das äußerte sich „zufrieden“ und kündigte den Rückkauf an. Auf Basis des aktuellen Kurses liegt der Wert des Aktienpakets bei gut 460 Milliarden Yen (knapp 3,4 Mrd Euro). VW hatte den 19,9-prozentigen Anteil einst für knapp 1,8 Milliarden Euro gekauft. „An wen Volkswagen seine Suzuki-Beteiligung abgeben wird, ist nicht entschieden“, betonte VW-Sprecher Eric Felber. Zunächst würde die rund 300-seitige Begründung des Schiedsspruchs analysiert. „Die Modalitäten des Verkaufs der Suzuki-Anteile werden wir unter Berücksichtigung der Urteilsgründe mit Suzuki abstimmen“, sagte der Sprecher. Der Konzern habe bereits eine Investmentbank eingeschaltet und werde in den kommenden Tagen das weitere Vorgehen abstimmen. Volkswagen begrüße es, dass nun Klarheit herrsche. Felber: „Bei diesem Schiedsspruch gibt es keinen Gewinner oder Verlierer.“
Die Entscheidung ist für beide Seiten rechtlich bindend und kann vor einem staatlichen Gericht für vollstreckbar erklärt werden. Beide Partner hatten 2009 eine Allianz vereinbart, bei der Volkswagen 19,9 Prozent der Anteile an Suzuki erwarb, die Japaner wiederum 1,5 Prozent der VW-Aktien. Suzuki war 2011 ausgestiegen und forderte von den Deutschen die Anteile zurück.
Beide Unternehmen hatten den Schulterschluss gesucht, um gemeinsam Kleinwagen zu entwickeln. VW erhoffte sich so auch Zugang zum indischen Markt.
