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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft

Stress im Beruf eine Zeitbombe

28.09.2011

BERLIN Die IG Metall schlägt Alarm: In der „explosiven Zunahme“ psychischer Erkrankungen bei Arbeitnehmern sieht die größte deutsche Einzelgewerkschaft eine große Gefahr für Wirtschaft und Gesellschaft. „Hier tickt nichts Geringeres als eine gesellschaftliche Zeitbombe“, warnte IG-Metall-Vorstandsmitglied Hans-Jürgen Urban am Dienstag in Berlin.

Um die Beschäftigten vor immer stärkerer Arbeitsverdichtung, vor psychischer und physischer Erschöpfung und damit vor Burn-out zu schützen, forderte Urban eine Anti-Stress-Verordnung. Gegen Lärm und Schadstoffbelastung der Luft gebe es konkrete Präventionsregeln, nur bei arbeitsbedingtem Stress nicht, kritisierte er. Deshalb sei der Gesetzgeber in der Pflicht.

Nach Zahlen der Krankenkassen nahmen die Symptome für Burn-out zwischen 2004 und 2010 um das Zehnfache zu, zitierte Urban. Dieses Ergebnis sieht die IG Metall durch eine Umfrage bei Betriebsräten bestätigt. Danach wird in 86 Prozent der Unternehmen der Metall- und Elektrobranche der Anstieg psychischer Erkrankungen als ernstes Problem wahrgenommen. Rund 40 Prozent der Betriebsräte hätten von einer starken oder sehr starken Zunahme psychischer Erkrankungen berichtet.

Die Behandlung der Erkrankungen und der damit verbundene Produktionsausfall führten zu Kosten von jährlich etwa 53 Milliarden Euro, sagte Urban. Nach Angaben der AOK habe zuletzt Überlastung im Job bei knapp 100 000 Beschäftigten zu 1,8 Millionen Fehltagen geführt.

Trotz harten Konkurrenzkampfes „darf Gesundheit am Arbeitsplatz nicht zur Restgröße verkommen“, so Urban.

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