STRüCKHAUSEN - Wenn sich Milchbauern mit Weinbauern treffen, dann geht der Gesprächsstoff nicht aus. Am Wochenende besuchten Weinbauern aus Weinsberg, in der Nähe von Heilbronn, das Ehepaar Hans-Georg Abrahams und Wilma Lewald-Abrahams in Strückhausen auf deren Bauernhof. Initiiert hat das Treffen der Oldenbroker Udo Zegar. Vor einem Jahr wechselte Zegar aus beruflichen Gründen von Zürich in die Nähe von Heilbronn. Seine Vermieter nahmen Zegar zu vielen Veranstaltungen mit. Zegars Familie wohnt allerdings weiterhin in Oldenbrok.
Udo Zegar unterhielt sich mit vielen Weinbauern, die Milchbauern kannte er ja bereits. Er stellte fest, dass die Probleme sich doch sehr ähneln. Beide Seiten kämpfen mit Quoten und Preisen. Auch beim Weinangebot strömen immer mehr Produkte aus dem Ausland auf den Markt. Beide Erzeuger brauchen viel Idealismus für ihren Beruf, war sich Zegar sicher. So arrangierte er ein erstes Treffen. Im Herbst 2008 reisten die Strückhauser nach Weinsberg. Dort lernten sie „Land und Leute“ und den Weinbau in allen Einzelheiten kennen. Nun kamen drei Paare zum Gegenbesuch.
„Beide Orte haben ihren touristischen Reiz“, so Udo Zegar. Vielleicht würde es gelingen, die Schönheit der jeweiligen Gegenden den Besuchern schmackhaft zu machen und so den Tourismus anzukurbeln.
Die Abrahams hatten sich für den Besuch aus Baden-Württemberg ein umfangreiches Kennenlernprogramm überlegt. So ging es am Freitag quer durch die Wesermarsch zu einem Biobauernhof in Seefeld. Touren nach Bremerhaven und Oldenburg wurden unternommen. Der Sonntag galt einer Reise ins Butjadinger Land mit dem Besuch eines Teekontors.
Am Freitagabend fand im Hause Lewald-Abrahams ein kleiner Empfang statt. Dazu waren auch Bürgermeister Thomas Brückmann, der stellvertr. Bürgermeister und Landrat Dieter Kohlmann und der Vorsitzende des Landvolkvereins Strückhausen Eilert Büsing mit ihren Frauen eingeladen. In einer kleinen Ansprache zeigte sich Brückmann erfreut über diese Zusammenkunft. Bei dieser Gelegenheit wurden natürlich edle Tropfen in Form von Sekt, Weiß- und Rotwein probiert, die die Gäste mitbrachten.
Unterschiede in der Herstellung und Verarbeitung der einzelnen Produkte wurden ausführlich erklärt. Die Milchbauern erfuhren, dass diese Weine in ganz Deutschland verkauft werden, an Getränkehändler, aber auch an Supermärkte. In dieser geselliger Runde fehlten auch nicht entsprechende Trinksprüche. Die Meinungen über die einzelnen Weinsorten gingen auseinander und regten die Unterhaltungen an. Die Gesprächsthemen waren auch vielfältig. Arbeitsabläufe wurden hinterfragt, Organisation und Durchführbarkeit von Urlaub, heimische Sportarten wie Boßeln und Klootschießen erklärt und über Mithilfe im Betrieb diskutiert. Geschichten und Anekdoten von den einzelnen Dörfern wurden erzählt.
Bei dieser Gelegenheit wurden die Milchbauern zum Weinfest eingeladen, um sich vor Ort die Weinherstellung anzusehen.
