Langwarden - Die Sturmfluten der vergangenen Tage haben dem Langwarder Groden erneut zugesetzt. Der Rundwanderweg, der schon von den Wintersturmfluten in Mitleidenschaft gezogen worden war, hat nochmals Material verloren.

Das Hochwasser war in der Nacht zum Mittwoch rund einen Meter höher als normal. Zwar gebe es kleinere Auswaschungen, „aber sonst sind keine größeren Schäden entstanden“, sagt Ina Korter. Und weiter: „Vor allem im Bereich der Brücke zum Sommerdeich sind Teile des Wanderweges beschädigt worden.“ Entscheiden, welche Maßnahmen ergriffen werden sollen, will die Gemeinde erst nach den Feiertagen. „Wir wollten eigentlich bis Ostern fertig sein, aber der Orkan hat uns einen Strich durch die Rechnung gemacht“, sagt die Bürgermeisterin.

Dieter Brockhoff, Vorsitzender des „Fördervereins Langwarder Groden – Erhalt der Heimat zwischen den Deichen“, kritisiert das für die Wege aufgestellte Konzept. Seiner Meinung nach seien Schotter und Splitt übereilt verteilt worden.

Statt die ausgewaschenen Stellen mit Splitt aufzufüllen, sollten die Verantwortlichen bis zum Sommer warten und den Weg mit Grassoden befestigen, damit das Material nicht bei der nächsten Sturmflut wieder weggeschwemmt würde, sagt er. Diesen Vorschlag hatte er auch an die Gemeinde herangetragen.

„Wir haben als Gemeinde Maßnahmen beauftragt. Mittendrin die Methode zu wechseln, halte ich für problematisch“, sagt Ina Korter. Die offizielle Einweihung des Naturerlebnispfades solle deshalb wie geplant am 15. April mit Niedersachsens Umweltminister Stefan Wenzel stattfinden.

Die Vegetation auf den Wegen hätte bisher noch keine Zeit gehabt, sich zu entwickeln, sagt Projektleiter Markus Baritz von der Planungsgruppe Grün. Diese Vegetation würde aber dafür sorgen, dass Splitt und Schotter auch Sturmfluten widerstehen können. Den Naturpfad mit Grassoden auszulegen, hält er für die falsche Methode. „Grassoden auf dem Weg würden einen Wall erzeugen“, sagt der Landschaftsarchitekt. Dies würde die Auswaschungen noch verstärken.

Die einzige Stelle, an der tatsächlich noch einmal nachgearbeitet werden müsse, sei der etwa 10 bis 15 Meter lange Bereich um die Holzbrücke. Die dort entstandenen Ausspülungen sind mit Steinen gefüllt worden. Zeit, um sich zu festigen, will auch Ina Korter dem Naturerlebnispfad nach einer erneuten Splittaufschüttung geben. Dann müsse man die Saison abwarten.

Merle Ullrich
Merle Ullrich Redaktion Brake