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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft

Abgas-Skandal: Porsche und Audi im Visier der Ermittler

19.04.2018

Stuttgart Auf der Suche nach Beweisen im Diesel-Abgasskandal haben sich die Ermittler nun auch den Stuttgarter Sportwagenbauer Porsche vorgenommen. Mehr als 30 Staatsanwälte und rund 160 Polizisten durchsuchten am Mittwoch den Stammsitz des Autobauers im Stadtteil Zuffenhausen, das Entwicklungszentrum in Weissach sowie weitere Standorte – auch zwei der Konzernschwester Audi, von der Porsche die Diesel-Motoren für seine Fahrzeuge bezog. Zudem haben die Behörden mittlerweile konkrete Beschuldigte im Visier, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Dazu zählt auch ein Vorstandsmitglied der Porsche AG.

Insgesamt richten sich die Ermittlungen wegen des Verdachts des Betruges und der strafbaren Werbung laut Staatsanwaltschaft gegen drei Beschuldigte – neben dem namentlich nicht genannten Vorstand handelt es sich um ein „Mitglied des höheren Managements“ sowie einen früheren Mitarbeiter, der inzwischen nicht mehr bei Porsche ist.

Hintergrund sind mögliche Manipulationen der Abgasreinigung von Diesel-Fahrzeugen. Das Verfahren läuft seit vergangenem Sommer, eröffnet worden war es noch gegen unbekannte Mitarbeiter. Details nannten die Ermittler auch am Mittwoch nicht, die Aktion legt aber zumindest nahe, dass sie in den vergangenen Monaten genug Anhaltspunkte gefunden haben, die eine Durchsuchung rechtfertigen.

Ein Porsche-Sprecher erklärte, die Ermittler hätten Unterlagen gesichtet und gesichert. „Wir kooperieren in vollem Umfang mit den Behörden“, betonte er. Zu Details wollte auch er aber nichts sagen.

Der Sport- und Geländewagenbauer hatte bereits im Herbst 2016 einen freiwilligen Rückruf des Modells Macan begonnen, nachdem Zweifel an der Abgasreinigung lautgeworden waren. Im Juli 2017 ordnete der damalige Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) dann wegen einer illegalen Abschalteinrichtung bei der Abgasreinigung einen Rückruf an sowie ein inzwischen wieder aufgehobenes Zulassungsverbot für den Geländewagen Cayenne mit 3,0-Liter-TDI-Antrieb.

Anders als bei anderen Herstellern spielt der Diesel bei Porsche eigentlich nur eine untergeordnete Rolle, im vergangenen Jahr lag der Anteil an den Verkäufen bei gerade einmal zwölf Prozent. Die Volkswagen-Tochter entwickelt selbst auch keine Diesel-Motoren, sondern baut Audi-Aggregate in ihre großen Geländewagen ein.

Die Verantwortung müsse Porsche allerdings trotzdem selbst tragen. Das hatte Vorstandschef Oliver Blume zuletzt bei der Vorlage der Jahresbilanz im März dieses Jahres betont.

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