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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft

Daimler-Chef will gegensteuern

07.02.2019

Stuttgart /Bremen Der scheidende Daimler-Chef Dieter Zetsche hat mit seiner letzten Jahresbilanz einen herben Gewinneinbruch präsentieren müssen. Zetsche kündigte bereits Gegenmaßnahmen in der wichtigen Pkw-Sparte an – ohne allerdings Details zu nennen.

„Wir sind in der Erarbeitung dieses Programms“, sagte der Manager am Mittwoch auf der Bilanzpressekonferenz. Solange Umfang und einzelne Bestandteile nicht feststünden, könne er sich dazu nicht weiter äußern. Die Umsetzung liege aber in der Verantwortung des neuen Vorstandsteams. Zetsche übergibt nach 13 Jahren an der Konzernspitze bei der Hauptversammlung im Mai die Führung an Entwicklungschef Ola Källenius.

Das Konzernergebnis war 2018 unter anderem wegen eines schwachen Autogeschäfts um fast ein Drittel eingebrochen. Die Profitabilität der wichtigen Pkw-Sparte hatte im vergangenen Jahr auch unter dem Handelsstreit zwischen den USA und China und Auslieferungsstopps bei einzelnen Dieselmodellen gelitten. Die Umsatzrendite in dem Geschäftsbereich, die den Anteil vom operativen Gewinn am Umsatz anzeigt, lag 2018 nur noch bei 7,8 Prozent (2017: 9,4 Prozent). „Damit können und wollen wir nicht zufrieden sein“, sagte Zetsche. In der Regel peilt der Konzern hier einen Wert von acht bis zehn Prozent an. Das sieht Daimler nun aber erst wieder 2021 im Rahmen des Möglichen. 2019 soll die Pkw-Rendite zwischen sechs und acht Prozent liegen.

Ein Stellenabbau sei aber nicht geplant, sagte ein Sprecher. In der Mitteilung ist vielmehr die Rede von zusätzlichen Arbeitsplätzen. Für die Stammbelegschaft in Deutschland sind betriebsbedingte Kündigungen ohnehin ausgeschlossen. Leiden könnten indes die Leiharbeiter, die von Konzernen in der Regel eingesetzt werden, um flexibler produzieren zu können.

Unterm Strich brach das Ergebnis des Konzerns 2018 um 29 Prozent auf 7,25 Milliarden Euro ein. Die Erlöse konnte Daimler vor allem dank der Lastwagensparte um zwei Prozent auf 167,36 Milliarden Euro steigern. Die Dividende soll mit 3,25 Euro je Aktie 40 Cent niedriger ausfallen als zuvor.

Dr. Markus Keicher, Standortverantwortlicher des Mercedes-Werks in Bremen, teilte mit, dass das vergangene Jahr „ein besonderes“ war – einmal mit Blick auf das 40-jährige Bestehen des Werks und durch den Start der neuen C-Klasse, die „einen wichtigen Beitrag zum Erfolg des Unternehmens geleistet“ habe. Mit mehr als 12 500 Mitarbeitern ist das Werk in Bremen einer der größten privaten Arbeitgeber im Nordwesten.

Sabrina Wendt Redakteurin / Wirtschaftsredaktion
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