Mürrwarden - Über einen wohl einmaligen Besuch konnte sich jetzt die Familie Monatz in Mürrwarden freuen. Für gut zwei Stunden beherbergte sie einen Heuler, den Mirko Monatz am Deich in Höhe Mürrwarden entdeckt hatte.
„Bei meiner alltäglichen Laufrunde am Deich entlang hörte ich plötzlich ein herzerweichendes Heulen. Als ich mich umsah, entdeckte ich direkt hinter dem Schafzaun am Deich den kleinen Seehundwelpen, der mir hinterher kam“, berichtete Mirko Monatz.
Es habe sich um einen sehr zutraulichen Heuler gehandelt, der sofort gestreichelt werden wollte, was für diese Tiere eigentlich überhaupt nicht typisch sei. Der kleine Kerl war über den Deich gekrabbelt und erst durch den Zaun gebremst worden sei, so die Darstellung von Mirko Monatz.
Nach Rücksprache mit Tierärztin Carla Steeb in Nordenham nahm Mirko Monatz den Heuler mit nach Hause in Mürrwarden, wo er zwei Stunden später abgeholt und zur Seehundaufzuchtstation nach Norddeich gebracht wurden. „Dort ist er laut telefonischer Erkundigung gut angekommen und wird erst mal wieder aufgepäppelt“, freut sich Mirko Monatz.
Heuler sind Seehundwelpen, die kurz nach ihrer Geburt meistens auf einer Sandbank, in der Regel innerhalb der ersten 48 Stunden, von ihrer Mutter getrennt werden. Mit dem Heulen schreit das Tier nach seiner Mutter. Das Anfassen der Jungtiere hat die Folge, dass die Mutter ihr Junges mit menschlichem Geruch nicht mehr annimmt. Sollte ein Heuler gefunden werden und der begründete Verdacht besteht, dass er in Not ist, sollte die Seehundstation verständigt werden.
