SüDDORF - SÜDDORF - „Wir haben einfach nicht genug Hände, um allen Katzen gerecht werden zu können“, sagte Heike Sommer. Die Vorsitzende des Tierschutzvereins Edewecht „De Kattenhoff“ nimmt Kater „Fido“ auf den Arm, während die 2. Vorsitzende Marion Ebbersmeyer die Katze „Martha“ auf dem Schoß hat, die leise schnurrend Streicheleinheiten genießt. „Mit vielen Freunden und Bekannten engagieren mein Mann und ich uns seit Jahren ehrenamtlich für den Tierschutz, haben zahllose Katzen privat kastrieren lassen, sie dann auch selbst betreut und versucht, sie in Pflegestellen zu vermitteln“, erzählt die 43-jährige Süddorferin. Mit ihrem Mann Klaudius Sommer leitet sie die Ortsgruppe Edewecht des Naturschutzbundes Deutschland (Nabu) und hat den Ornithologischen Lehrpfad in der Gemeinde aufgebaut. „Die Not der Tiere, zumal der Katzen, ist so groß, da muss man einfach helfen“, betont die Biologin, die an der Universität Oldenburg arbeitet und ihre Doktorarbeit vorbereitet. Um die

ehrenamtliche Arbeit im Sinne des effektiven Tierschutzes auch auf eine breite Basis zu stellen, wurde der Verein gegründet, der derzeit 80 Mitglieder hat. „Das ist schon ein Bündnis, auf das man sich verlassen kann“, machen Heike Sommer und Marion Ebbersmeyer deutlich, dass die Mitglieder gemeinsam viel erreichen können. Jeder habe seine Aufgabe. „Wir finden viel Unterstützung, arbeiten u.a. mit der Gemeinde Edewecht, dem Landkreis und anderen Vereinen zusammen.“ Zum Vorstand gehören Kassenwart Klaudius Sommer, Schriftführerin Uta Mohr, und die Beisitzer Petra Dubil-Bruns, Yvonne Hilker und Dr. Carsten Schierhold. Immer wieder kommt es vor, dass sich die Tierschützer um ausgesetzte Tiere kümmern müssen. „Martha ist so ein Fall. Sie wurde bei einem Verbrauchermarkt entdeckt, ich konnte sie zum Glück mit der Hand einfangen. Ihr Zustand war relativ gut, aber sie war sehr verschreckt. Wir mussten sie wieder richtig aufbauen, aber eigentlich braucht sie viel mehr Zuwendung, als wir ihr

geben können“, sagt Heike Sommer nachdenklich.

Der Verein vermittelt auch Katzen und andere Tiere in Pflegestellen. „Interessierte können nach telefonischer Vereinbarung gern zu uns kommen. Ich beobachte, wie derjenige auf ein Tier zugeht und wie es reagiert, denn das ist ausschlaggebend.“ Dann vereinbart die Vereinsvorsitzende einen Gegenbesuch und informiert sich, wie das neue Zuhause des Schützlings aussieht und wie das Tier betreut wird. Alles wird vertraglich geregelt, es ist eine Schutzgebühr zu zahlen. Der Verein gibt in der Regel für eine Katze, die gesund gepflegt, kastriert und mehrfach geimpft wird, etwa 220 Euro aus. Bei 12 Euro Mitgliedsbeitrag im Jahr wird deutlich, wie wichtig Spenden sind. Und da erleben die Tierfreunde immer wieder Überraschungen. So steht schon ‘mal ein Karton mit Futter vor der Tür, oder ein Transportkasten mit Geschirr. Sammelboxen und Spendendosen sind übrigens in Geschäften aufgestellt.

Ein wichtiges Ziel des Vereins ist ein eigenes Tierheim. Geplant ist, einen Resthof herzurichten, um dann herrenlose Tiere jeglicher Art und auch Pensionstiere betreuen zu können. Bis es so weit ist, werden noch viele Katzen und andere Tiere neue Besitzer suchen, so wie „Floh“, „Sina“ und „Martha“. Wer sich über den Tierschutzverein informieren oder helfen möchte und Fragen hat, kann sich an Heike Sommer wenden ( 04405/917988).