SüDMOSLESFEHN - Den Passanten verschlägt es den Atem. Dem Verursacher droht ein Bußgeld.
Von Werner Fademrecht
SÜDMOSLESFEHN - Draußen scheint die Sonne, doch Jürgen Rylewicz kann seinen Garten nicht genießen. Alle Fenster des Einfamilienhauses an der Diedrich-Dannemann-Straße 169 sind geschlossen. Der Grund dafür steht nur wenige Meter von seiner Auffahrt entfernt: Zwei Tonnen mit Tierkadavern, die Stefan Peterdamm dort an die Straße gestellt hat. Der Schäfer hat die an das Wohngebiet angrenzende, mehrere Hektar große Fläche für seine Schafherde gepachtet.Starker Geruch der Verwesung weht direkt auf das Haus zu, die beiden Plastiktonnen sind nur unzureichend geschlossen. Tausende Maden krabbeln bereits außen und auf dem Rasen. Eine der Tonnen besitzt zu alledem noch einen großen Riss. Das alles spielt sich direkt an der Hauptstraße des Ortes ab, nur wenige Meter entfernt gehen Menschen spazieren und fahren Kinder mit dem Rad zur Schule. „Ein unhaltbarer Zustand“, empört sich Rylewicz. Gestern hat der Rentner gemeinsam mit seinem Nachbarn Klaus Otting, der mit einer Kamera den Umgang des Schäfers mit verendeten Tieren dokumentiert hat, das Veterinäramt des Landkreises Oldenburg eingeschaltet. Eine gütliche Einigung sei nicht möglich gewesen, sagt Rylewicz, der sich von dem Schäfer seit längerer Zeit provoziert fühlt.
Wie Dr. Frank Meyer gegenüber der NWZ bestätigte, verstößt Peterdamm zumindest gegen die Vorschriften zur Tierkörperbeseitigung. „Das Gesetz fordert eine umgehende Entfernung, die intensive Madenbildung deutet dagegen darauf hin, dass die Kadaver schon mindestens drei Tage auf dem Grundstück liegen“, sagt der Veterinär. Defekte Tonnen seien ferner als Behälter „nicht akzeptabel“.
