„Der Sündenfall ist aufgeschoben, aber nicht aufgehoben: Zwar ist – der Ausschuss-Mehrheit sei Dank – die Änderung der „Vareler Liste“ vorerst vom Tisch. Doch wie lange wird sich die Politik dem Druck des Bürgermeisters und des Investors widersetzen?
Darum geht es: Die Raiffeisen-Warengenossenschaft (RWG) möchte an der Panzerstraße einen Markt ansiedeln. Formal spricht nichts dagegen.
Aber: Nahezu die Hälfte der geplanten Verkaufsfläche des neuen RWG-Marktes (455 Quadratmeter!) beinhaltet Sortimente, die nach dem geltenden Einzelhandelsentwicklungskonzept nur in der Innenstadt angesiedelt werden dürfen.
Für den RWG-Markt soll die „Vareler Liste“ zunächst in drei Sortimenten geändert werden. Hört sich harmlos an, ist aber schlecht für die Innenstadt. Denn diese Sortimente dürfen dann auch bei Famila, Aldi und Co. außerhalb der Innenstadt geführt werden.
Sprechen wir also von den geplanten 455 Quadratmetern innenstadtrelevante Artikeln beim RWG-Markt oder von 1000, 2000 oder mehr Quadratmetern? Diese Sortimente sind dann für unsere Innenstadt verloren! Welcher Kaufmann wird sich damit noch in der Innenstadt ansiedeln können?
Die Verwaltung treibt die Aufweichung der „Vareler Liste“ voran. Die Politik hat den Vorstoß gestoppt. Dabei muss es auch bleiben!
Genehmigt man der Raiffeisen-Warengenossenschaft diese Sortimente, ist das ein Freifahrtschein für künftige Forderungen, weitere Sortimente im Außenbereich der Stadt zuzulassen.
Wer wird denn den vorhandenen Einkaufsmärkten oder dem nächsten Investor noch irgendwelche Wünsche abschlagen können, die der Innenstadt letztlich schaden?“
